Sonntag 29. April 2012
PROKLA 169
“Konzentration des Kapitals und Perspektiven kapitalistischer Entwicklung”
(Heft 4, Dezember 2012)
Im ersten Band des Kapital konstatierte Marx die Tendenz einer “Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale”. Lapidar hielt er fest: “Je ein Kapitalist schlägt viele tot.” Doch hatte Marx nicht nur solche Zusammenballungen im Blick, sondern auch „die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale” (MEW 23: 654, 790). Unschwer lässt sich in dieser rund 150 Jahre alten Beschreibung ein plastisches Bild der Gegenwart erkennen, auch wenn sich die Terminologie heutzutage etwas anders anhört.
Als die PROKLA vor 14 Jahren ein Heft zu Konzentration herausbrachte (Nr. 113/1998), stand die Fusion von Daimler und Chrysler an, vom damaligen Daimler-Chef Schrempp euphorisch als “Hochzeit, die im Himmel geschlossen wird” angekündigt. Neun Jahre später resümierte die Süddeutsche Zeitung, es habe sich wohl eher um eine “Hochzeit des Grauens” gehandelt, die Daimler ca. 40 Mrd. Euro gekostet hat. Manager- und Beraterkreise zogen aus diesem Debakel den Schluss, dass insbesondere die Unternehmenskulturen zusammen passen müssten: für Unternehmensberater entwickelte sich in der Folge ein stetig wachsendes und höchst lukratives Betätigungsfeld. Für viele Arbeitskräfte stellen sich Fragen der Unternehmenskulturen aber gar nicht mehr, liegt doch der immer wieder verkündete tiefere Sinn derartiger Fusionen in “Synergieeffekten”, was für viele Beschäftigte den Verlust des Arbeitsplatzes (für die anderen mehr und intensivere Arbeit) bedeutet. Auch für die Unternehmen selbst enden sie oftmals, wie im Fall DaimlerChrysler, als Desaster. Dennoch ist weder in der politischen Diskussion noch im akademischen Mainstream grundsätzliche Kritik an dieser Entwicklung zu vernehmen, sie gelten als alternativlos. Auch viele marxistische Beiträge sehen eine ungebrochene Tendenz zur „Monopolisierung“ kapitalistischer Wirtschaft. Weiterlesen »
Dienstag 6. März 2012
Deutschland – Krisengewinner? (März 2012)
| PROKLA-Redaktion: Editorial |
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Deutschland – Krisengewinner? |
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| Steffen Lehndorff: Man spricht deutsch: Eine trügerische Erfolgsgeschichte |
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| Bernd Röttger: Noch immer „Modell Deutschland“? Mythen und Realitäten politökonomischer Kontinuität einer Gesellschaftsformation |
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| Christoph Scheuplein: An die Wertschöpfungskette gelegt. Die finanzgetriebene Restrukturierung in der deutschen Automobilzulieferindustrieb und ihr Scheitern |
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| Christian Schröder/Leiv Eirik Voigtländer: Ringen um den Regelsatz. Erwerbslosenproteste und die Neubestimmung der Hartz-IV-Höhe |
| Alex Demirović/Thomas Sablowski: Finanzdominierte Akkumulation und die Krise in Europa |
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Einspruch |
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| Stephan Lessenich: Brauner Osten? Wie neulich mal wieder die DDR besiegt wurde |
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| Soziale Proteste in Spanien und Israel |
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| Isidro López/Emmanuel Rodríguez: Das spanische Modell |
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| Ramón Espinar/Jacobo Abellán: “Lo llaman democracia y no lo es”. Eine demokratietheoretische Annäherung an die Bewegung des 15. Mai |
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| Michael Janoschka/Jorge Sequera: Zur symbolischen Rückeroberung und Politisierung des öffentlichen Raums. Eine Analyse der Raumpolitiken des movimiento 15-M |
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| Efrat Eizenberg: Soziale Proteste in Israel: die Eroberung neuer sozialer Räume |
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„Wir wollen gestärkt aus dieser Krise hervorgehen“, hatte Bundeskanzlerin Merkel vor der Europawahl 2009 verkündet. Sie scheint ihr Ziel erreicht zu haben. Als wir das vorliegende Heft konzipierten, erschien Deutschland jedenfalls als Krisengewinner. Die deutsche Wirtschaft war zwar aufgrund ihrer hohen Exportabhängigkeit relativ stark von der Rezession zwischen dem Herbst 2008 und dem Frühjahr 2009 betroffen, erholte sich dann jedoch rasch wieder. Während das Bruttoinlandsprodukt 2009 um 4,7% schrumpfte, wuchs es 2010 um 3,5%. Dass auf den tiefen Einschnitt eine Periode kräftigen Wachstums folgte, war an sich nicht weiter verwunderlich: Es handelte sich im Grunde nur um eine Rückkehr zu dem Reproduktionsniveau vor der Krise. Es wurde bereits Mitte 2011 wieder erreicht. Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn ist das ökonomische und politische Gewicht Deutschlands aber gewachsen. Lag der deutsche Anteil am Sozialprodukt der 27 EU-Länder 2007 bei 19,6%, so stieg er bis 2010 auf 21,9%. Mehr im Editorial (pdf/Volltext)
Sonntag 10. Oktober 2010
Eine gemeinsame Veranstaltung von NGBK und PROKLA anlässlich der neuen PROKLA-Ausgabe 160 zum Thema “Kulturkämpfe” – am 30. November 2010 um 19 Uhr
Seitdem vor einigen Jahren die “Unterschichten-Debatte” geführt wurde, lässt sich hierzulande zunehmend die politische Tendenz erkennen, Fragen sozialer Ungleichheit zu Phänomenen kultureller Differenz zu erklären. Die sozialdemokratische Aufforderung an die Arbeitslosen, ihrem Schicksal durch “Waschen und Rasieren” zu entkommen, stellte nur die Spitze eines ganzen Eisbergs diskursiver Anstrengungen dar, das staatlich alimentierte “Prekariat” zur Übernahme gut “bürgerlicher” Lebensführungsmuster anzuhalten. Dieser Modus öffentlicher Auseinandersetzung hat sich zuletzt nochmals verschärft und in der “Sarrazin-Debatte” sowie den Äußerungen Horst Seehofers einen vorläufigen Höhepunkt gefunden: Probleme materieller Not und politischer Entrechtung werden zu Fragen kultureller Entfremdung und sozialer “Integration” umdefiniert. Weiterlesen »
Montag 25. Januar 2010
Mit ihrem neuen Volltextangebot ist die Prokla jetzt auch in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek vertreten.
Sonntag 24. Januar 2010
Ist die aktuelle Krise wirklich schon „Schnee von gestern“?
Hat der Staat seine Mission als „Retter in der Not“ erfüllt?
Werden die Strukturprobleme der Weltwirtschaft in Zukunft noch zunehmen?
Drei Autoren der PROKLA 157 mit dem Schwerpunkt “Der blutige Ernst. Krise und Politik” diskutieren aus verschiedenen Perspektiven über Politik und Ökonomie in der aktuellen Krise: Stefan Schmalz (Autor PROKLA, Uni Kassel), Ingo Stützle (Autor PROKLA, Redakteur der Zeitschrift analyse&kritik) und Christina Kaindl (Autorin PROKLA, Redakteurin der Zeitschrift Luxemburg).
Dorothea Schmidt (Redakteurin PROKLA) moderiert und Katja Kipping (MdB und Vizevorsitzende der Partei Die LINKE) kommentiert.
9. FEBRUAR, 18.30 UHR
Humboldt-Universität Berlin
Inst. f. Sozialwissenschaften
EG, Raum 002/003
Universitätsstraße 3b
Samstag 23. Januar 2010
Die Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) veranstaltet am Montag, den 25. Januar, ein öffentliches Streitgespräch zum Thema „,Der gute Kapitalismus‘ – wie gut für wen?“. Es diskutieren Hansjörg Herr, Ökonomieprofessor an der HWR und Mitautor des Buches „Der gute Kapitalismus“, Ursula Weidenfeld (Tagesspiegel), Alex Demirovic (TU Berlin und Redakteur der PROKLA) und Dorothea Schmidt (HWR und Redakteur der PROKLA)
Hochschule für Wirtschaft und Recht
Badensche Straße 50–51
10825 Berlin
um 16 Uhr im Hörsaal 401
Montag 14. September 2009
Häufig gestellte fragen zur neuen Prokla-Homepage:
1. Warum liefert die Suchfunktion nur sehr eingeschränkte Resultate?
2. Wie kann ich alle Inhaltsverzeichnisse im Archiv sehen?
3. Wäre es nicht auch möglich, die pdf Dateien auf GoogleBooks zu stellen? Dann könnten die Ausgaben direkt durch den Browser durchsucht werden.
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1. Warum liefert die Suchfunktion nur sehr eingeschränkte Resultate?
Kurze Antwort:
Das Prokla-Archiv besteht aus PDF-Dateien. Sie sind volltextdurchsuchbar. Damit die PDFs über eine Online-Suchmaschine gefunden bzw. durchsucht werden können, müssen sie durch diese zuerst indiziert werden. Das dauert eine Weile. In dem Maße, wie die Prokla im Netz genutzt wird, steigen auch die Such-Resultate.
Ausführliche Antwort:
Das Prokla-Archiv besteht aus PDF-Dateien. Sie sind volltextdurchsuchbar. Damit die PDFs über eine Online-Suchmaschine gefunden bzw. durchsucht werden können, müssen sie durch diese zuerst indiziert werden. Die neue Homepage läuft mit einer Software namens WordPress. Die Indizierung von PDF-Dokumenten mit WordPress-Bordmitteln ist nicht vorgesehen. Also bleiben zwei Möglichkeiten: eine Suche über eine eingebettete, benutzerdefinierte Google-Suche [1], so wie jetzt im Moment. Dabei entscheiden die intransparenten Kriterien von Google, wann was indiziert wird. Derzeit ist eben erst ein Teil der neuen Dateien bei Google “angekommen” – daher die eingeschränkten Suchresultate. Das wird sich in dem Maße ändern, indem die Seiten benutzt und verlinkt werden und der Google-Indizierungs-Bot dadurch auf sie aufmerksam wird. Es gibt auch Techniken der “Anmeldung” von Seiten bei Google, daran arbeiten wir.
Eine zweite Möglichkeit wäre es, bestehende Suchmaschinenmodule mit PDF-Indizierung [2, 3] für WordPress zurechtzubasteln. Oder dem bereits Lucene-basierten Such-Plugin wpsearch [4] die PDF-Dateien irgendwie in den Index schmuggeln. Wenn wer sich da auskennt oder einen Link zu einer tollen Anleitung kennt, bitte als Kommentar posten…
2. Wie kann ich alle Inhaltsverzeichnisse im Archiv sehen?
Einfach auf ein beliebiges Cover klicken. Dieses wird dann größer dargestellt. Unten rechts finden sich dann vorwärts-Pfeile und rückwärts-Pfeile, dort kann man sich dann entsprechen vor und zurück bewegen und somit durch die Inhaltsverzeichnisse blättern.
3. Wäre es nicht auch möglich, die pdf Dateien auf GoogleBooks zu stellen? Dann könnten die Ausgaben direkt durch den Browser durchsucht werden.
Wir schauen uns GoogleBooks demnächst an. Wenn wir das eine gute Idee finden, dann machen wir das und melden es im Blog.
Montag 7. September 2009
Sehr schön das Autorenregister der ersten einhundert Ausgaben in Ausgabe 101 auf den Seiten 645ff.
Mittwoch 8. Juli 2009
In den ersten Jahren erschienen auch noch Prokla-Sonderhefte. Sie bestanden meist aus nur einem oder zwei langen Artikeln und bildeten damit eine Zwischenform zwischen Monographie und Aufsatz. Wir haben auch diese Sonderhefte ins Archiv eingearbeitet und in der folgenden Liste verlinkt:
Liste der Prokla-Sonderhefte:
Sonderheft 1 (1971) Wolfgang Müller/Christel Neusüss: Die Sozialstaatsillusion un der Widerspruch von Lohnarbeit und Kapital; Helga Faßbinder: Kapitalistische Stadtplanung und die Illusion demokratischer Bürgerinitiative
(ein Sonderheft 2 war geplant, ist aber nicht erschienen)
Sonderheft 3 (1971) [Klassenkämpfe in Indien]
Sonderheft 4 (o.J. [1971 oder 1972]) Bundeswehr – Waffe des Kapitals. Materialien zur Rolle der Bundeswehr im Gesellschaftssystem der BRD
Sonderheft 5 (1973) Renate Damus: Wertkategorien als Mittel der Planung – Zur Widersprüchlichkeit der Planung gesamtgesellschaftlicher Prozesse in der DDR