Freitag 23. Juli 2010
PROKLA 162
Nie wieder Krieg?
(Heft 1, März 2011)
Für einen kurzen historischen Moment schien es, als würde Deutschland – nachdem es zwei Weltkriege begonnen und verloren hatte – die Möglichkeit je wieder Krieg zu führen ein für allemal genommen. Demontage, Demilitarisierung, Denazifizierung, Demokratisierung und Dezentralisierung lauteten die fünf Ziele der Alliierten im Nachkriegsdeutschland. Doch bereits 1951 begann der zunächst paramilitärische Wiederaufbau eigener Streitkräfte im Rahmen des Bundesgrenzschutzes. Fünf Jahre später erhielt Deutschland mit der Bundeswehr auch formal wieder ein eigenes Militär. Nichts desto trotz blieb Deutschland bis zur Wiedervereinigung ein vergleichsweise ‚unmilitärischer’ Staat. Öffentliche Auftritte der Bundeswehr erhielten wenig positive Aufmerksamkeit oder provozierten gar vehemente Proteste wie etwa 1980 in Bremen. Nach den Bundeswehrreformen der 60er und 70er Jahre galt das Leitbild des Soldaten als „Staatsbürger in Uniform“. Der Kalte Krieg mit seinem atomaren Patt verordnete den Soldaten der Bundeswehr, wie der Militärhistoriker Wolfram Wette es einmal formuliert hat, eine permanente Wartestellung. Und nicht zuletzt ebnete erst das Bundesverfassungsgericht mit seiner umstrittenen Entscheidung aus dem Jahr 1994 den rechtlichen Weg für eine umfassende Beteiligung Deutschlands an militärischen Auslandseinsätzen. Weiterlesen »
Donnerstag 8. Juli 2010
Marx! (Juni 2010)
| PROKLA-Redaktion: Editorial |
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| Alex Demirović: Struktur, Handlung und der ideale Durchschnitt |
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| Urs Marti: Marx und die politische Philosophie der Gegenwart |
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Jörg Stadlinger, Dieter Sauer: Marx & Moderne.
Dialektik der Befreiung oder Paradoxien der Individualisierung? |
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Paul Burkett, John Bellamy Foster: Stoffwechsel, Energie
und Entropie in Marx’ Kritik der politischen Ökonomie
Jenseits des Podolinsky-Mythos (Teil 1) |
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Hanno Pahl: Marx, Foucault und das Projekt
einer Wissenssoziologie der Wirtschaftswissenschaften |
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Jannis Milios, Dimitris P. Sotiropoulos: Marxsche Theorie
und Imperialismus |
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| Außerhalb des Schwerpunkts |
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| Klaus Müller, Rudi Schmidt: Von der griechischen zur europäischen Krise |
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Mit der Finanzkrise von 2008 und der Wirtschaftskrise, die 2009 folgte, wuchs geradezu schlagartig das öffentliche Interesse an Marx. Nachdem es an den ökonomischen genauso wie an den meisten sozialwissenschaftlichen Fachbereichen deutscher Universitäten schon lange keine Lehrveranstaltungen mehr zur Marxschen Theorie gegeben hatte, nachdem man in den Medien des Mainstreams Marx seit Jahren nur dann noch hervorkramte, wenn man ihm aufs Neue bescheinigen wollte, dass er überholt sei, war dieses erneute Interesse zwar bemerkenswert, aber bei näherem Hinsehen doch nicht so ganz überraschend. Während die herrschende neoklassische Theorie seit Jahrzehnten das Hohelied effizienter Märkte sang, die – wenn sie nur ausreichend dereguliert und flexibilisiert seien – nie und nimmer eine Krise hervorbringen würden, war die Krise plötzlich wieder da. Und die Regierungen, denen die Glaubenssätze des Neoliberalismus längst als unbestreitbarer common sense galten, griffen zu interventionistischen Maßnahmen bis hin zur Bankenverstaatlichung, um wenigstens die unmittelbaren Krisenfolgen abzumildern, waren aber genauso wie die Vielzahl der sie beratenden Experten unsicher, ob das dicke Ende nicht erst noch bevorsteht. In dieser Situation konnte sich einem schon die Frage aufdrängen, ob der alte Mann mit dem Rauschebart nicht vielleicht doch recht gehabt hatte, mit seiner Diagnose, dass Krisen keine Betriebsunfälle, sondern notwendige Begleiterscheinungen des Kapitalismus seien? Und wenn er schon mit dieser Diagnose recht behalten hatte, sollte dann vielleicht auch am Rest seiner Kapitalismuskritik etwas dran sein? Bei einem Großteil der medialen Auseinandersetzung mit Marx konnte man den Eindruck gewinnen, dass es vor allem darum ging einen solchen Verdacht auszuräumen: Ja, mit der Krise habe Marx vielleicht einen Punkt erwischt, aber trotzdem könne man mit der Marxschen Theorie insgesamt heute nicht mehr viel anfangen – so der Tenor vieler Beiträge. Warum man aber mit der schon mehr als einmal an der Wirklichkeit gescheiterten neoklassischen Theorie, deren Vertreter in den letzten 40 Jahren so viele Nobelpreise abgeräumt hatten und die nach wie vor den Standardlehrstoff an den wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereichen ausmacht, besser fahren würde, konnte einem niemand erklären. In so manchen studentischen und auch in einigen gewerkschaftlichen Gruppen wurden die Fragen nach der Erklärungskraft der Marxschen Theorie dagegen zum Anlass für eine vertiefte Auseinandersetzung mit Marx genommen. Kapital-Lektüre Kurse (in der Regel fernab jeder institutionellen Anbindung) hatten eine Zeitlang Hochkonjunktur und existieren zum Teil auch jetzt noch. Weiterlesen »
Dienstag 20. April 2010
Postkoloniale Studien als kritische Sozialwissenschaft (März 2010)
| PROKLA-Redaktion: Editorial |
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| Hannah Franzki, Joshua Kwesi Aikins: Postkoloniale Studien und kritische Sozialwissenschaft |
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| Aníbal Quijano: Die Paradoxien der eurozentrierten kolonialen Moderne |
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| Tanja Ernst: Postkoloniale Theorie und politische Praxis: Die Dekolonisierung Boliviens |
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| Maria Framke, Jana Tschurenev: Umstrittene Geschichte. (Anti-)Faschismus und (Anti-)Kolonialismus in Indien |
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| Petra Neuhold, Paul Scheibelhofer: Provincialising Multiculturalism. Postkoloniale Perspektiven auf Multikulturalismus, Diversität und Emanzipation |
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| Sook-Young Ahn, Ralf Havertz: „Rumpf, Arm und Faust“. Orientalismus im Verhältnis zwischen Südkorea und Japan |
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| Stefanie Kron: Grenzen im Transit. Zur Konstitution politischer Subjektivitäten in transmigrantischen Räumen |
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| Einsprüche |
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| Sabine Nuss: Ich möchte kein Eisbär sein. Warum der Klimagipfel in Kopenhagen die Welt nicht gerettet hat |
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Ein Schwerpunktheft zu postkolonialen Studien wird vielleicht die Frage provozieren, ob man sich wirklich mit diesem Thema beschäftigen muss. Wird der Gegenstandsbereich der ehemals kolonisierten Gesellschaften nicht schon von dependenztheoretischen Ansätzen, der Weltsystemtheorie oder anderen Ansätzen der kritischen Sozialwissenschaft hinreichend erfasst? Sind die postkolonialen Studien nicht einfach nur ein neuer akademischer Trend? Die dieser PROKLAAusgabe zugrunde liegende Arbeitsthese lautet, einfach gesagt, dass dem nicht so ist. Weiterlesen »
Montag 25. Januar 2010
Mit ihrem neuen Volltextangebot ist die Prokla jetzt auch in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek vertreten.
Sonntag 24. Januar 2010
Ist die aktuelle Krise wirklich schon „Schnee von gestern“?
Hat der Staat seine Mission als „Retter in der Not“ erfüllt?
Werden die Strukturprobleme der Weltwirtschaft in Zukunft noch zunehmen?
Drei Autoren der PROKLA 157 mit dem Schwerpunkt “Der blutige Ernst. Krise und Politik” diskutieren aus verschiedenen Perspektiven über Politik und Ökonomie in der aktuellen Krise: Stefan Schmalz (Autor PROKLA, Uni Kassel), Ingo Stützle (Autor PROKLA, Redakteur der Zeitschrift analyse&kritik) und Christina Kaindl (Autorin PROKLA, Redakteurin der Zeitschrift Luxemburg).
Dorothea Schmidt (Redakteurin PROKLA) moderiert und Katja Kipping (MdB und Vizevorsitzende der Partei Die LINKE) kommentiert.
9. FEBRUAR, 18.30 UHR
Humboldt-Universität Berlin
Inst. f. Sozialwissenschaften
EG, Raum 002/003
Universitätsstraße 3b
Samstag 23. Januar 2010
Die Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) veranstaltet am Montag, den 25. Januar, ein öffentliches Streitgespräch zum Thema „,Der gute Kapitalismus‘ – wie gut für wen?“. Es diskutieren Hansjörg Herr, Ökonomieprofessor an der HWR und Mitautor des Buches „Der gute Kapitalismus“, Ursula Weidenfeld (Tagesspiegel), Alex Demirovic (TU Berlin und Redakteur der PROKLA) und Dorothea Schmidt (HWR und Redakteur der PROKLA)
Hochschule für Wirtschaft und Recht
Badensche Straße 50–51
10825 Berlin
um 16 Uhr im Hörsaal 401
Montag 14. September 2009
Häufig gestellte fragen zur neuen Prokla-Homepage:
1. Warum liefert die Suchfunktion nur sehr eingeschränkte Resultate?
2. Wie kann ich alle Inhaltsverzeichnisse im Archiv sehen?
3. Wäre es nicht auch möglich die pdf Dateien auf GoogleBooks zu stellen? Dann könnten die Ausgaben direkt durch den Browser durchsucht werden.
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1. Warum liefert die Suchfunktion nur sehr eingeschränkte Resultate?
Kurze Antwort:
Das Prokla-Archiv besteht aus PDF-Dateien. Sie sind volltextdurchsuchbar. Damit die PDFs über eine Online-Suchmaschine gefunden bzw. durchsucht werden können, müssen sie durch diese zuerst indiziert werden. Das dauert eine Weile. In dem Maße, wie die Prokla im Netz genutzt wird, steigen auch die Such-Resultate.
Ausführliche Antwort:
Das Prokla-Archiv besteht aus PDF-Dateien. Sie sind volltextdurchsuchbar. Damit die PDFs über eine Online-Suchmaschine gefunden bzw. durchsucht werden können, müssen sie durch diese zuerst indiziert werden. Die neue Homepage läuft mit einer Software namens WordPress. Die Indizierung von PDF-Dokumenten mit WordPress-Bordmitteln ist nicht vorgesehen. Also bleiben zwei Möglichkeiten: eine Suche über eine eingebettete, benutzerdefinierte Google-Suche [1], so wie jetzt im Moment. Dabei entscheiden die intransparenten Kriterien von Google, wann was indiziert wird. Derzeit ist eben erst ein Teil der neuen Dateien bei Google “angekommen” – daher die eingeschränkten Suchresultate. Das wird sich in dem Maße ändern, indem die Seiten benutzt und verlinkt werden und der Google-Indizierungs-Bot dadurch auf sie aufmerksam wird. Es gibt auch Techniken der “Anmeldung” von Seiten bei Google, daran arbeiten wir.
Eine zweite Möglichkeit wäre es, bestehende Suchmaschinenmodule mit PDF-Indizierung [2, 3] für WordPress zurechtzubasteln. Oder dem bereits Lucene-basierten Such-Plugin wpsearch [4] die PDF-Dateien irgendwie in den Index schmuggeln. Wenn wer sich da auskennt oder einen Link zu einer tollen Anleitung kennt, bitte als Kommentar posten…
2. Wie kann ich alle Inhaltsverzeichnisse im Archiv sehen?
Einfach auf ein beliebiges Cover klicken. Dieses wird dann größer dargestellt. Unten rechts finden sich dann vorwärts-Pfeile und rückwärts-Pfeile, dort kann man sich dann entsprechen vor und zurück bewegen und somit durch die Inhaltsverzeichnisse blättern.
3. Wäre es nicht auch möglich, die pdf Dateien auf GoogleBooks zu stellen? Dann könnten die Ausgaben direkt durch den Browser durchsucht werden.
Wir schauen uns GoogleBooks demnächst an. Wenn wir das eine gute Idee finden, dann machen wir das und melden es im Blog.
Montag 7. September 2009
Sehr schön das Autorenregister der ersten einhundert Ausgaben in Ausgabe 101 auf den Seiten 645ff.
Mittwoch 8. Juli 2009
In den ersten Jahren erschienen auch noch Prokla-Sonderhefte. Sie bestanden meist aus nur einem oder zwei langen Artikeln und bildeten damit eine Zwischenform zwischen Monographie und Aufsatz. Wir haben auch diese Sonderhefte ins Archiv eingearbeitet und in der folgenden Liste verlinkt:
Liste der Prokla-Sonderhefte:
Sonderheft 1 (1971) Wolfgang Müller/Christel Neusüss: Die Sozialstaatsillusion un der Widerspruch von Lohnarbeit und Kapital; Helga Faßbinder: Kapitalistische Stadtplanung und die Illusion demokratischer Bürgerinitiative
(ein Sonderheft 2 war geplant, ist aber nicht erschienen)
Sonderheft 3 (1971) [Klassenkämpfe in Indien]
Sonderheft 4 (o.J. [1971 oder 1972]) Bundeswehr – Waffe des Kapitals. Materialien zur Rolle der Bundeswehr im Gesellschaftssystem der BRD
Sonderheft 5 (1973) Renate Damus: Wertkategorien als Mittel der Planung – Zur Widersprüchlichkeit der Planung gesamtgesellschaftlicher Prozesse in der DDR