Dienstag 20. Dezember 2011
Gesellschaftstheorie im Anschluss an Marx (Dezember 2011)
| PROKLA-Redaktion: Editorial |
|
Gesellschaftstheorie im Anschluss an Marx |
|
| Alex Demirović: Kritische Gesellschaftstheorie und die Vielfalt derEmanzipationsperspektiven |
|
| Hanna Meißner: Totalität und Vielfalt – gesellschaftliche Wirklichkeit als multidimensionaler Zusammenhang |
|
| Sebastian Bandelin: Wer sieht das, was wir nicht sehen? Überlegungen zum Subjekt der Ideologiekritik |
|
| Bob Jessop: Der ökonomische Determinismus – neu betrachtet |
Andreas Fisahn: Paschukanis versus Bloch – Sozialutopie und Rechtsform |
|
Thomas Gehrig: Der entropische Marx. Eine Bitte an den Marxismus, die Entropie-Kirche im thermodynamischen Dorf zu lassen |
|
| Bernd Röttger: Das Landnahmetheorem: eine kritische Würdigung |
|
| |
|
| Außerhalb des Schwerpunkts |
|
| Tom Strohschneider: Die Linkspartei in der Krise |
|
Marx in den Zusammenhang der Gesellschaftstheorie zu stellen, ist heute nicht selbstverständlich. Nicht selten wird Marx im wesentlichen als das wahrgenommen, was er eigentlich gar nicht sein wollte, ein Theoretiker, der als Kritiker der bürgerlichen Ökonomie den Kapitalismus kritisierte – Kapitalismus ganz eng verstanden als Wirtschaftssystem. Entsprechend eng fällt dann der Bezug auf das Marx’sche Werk aus. Es werden einige Grundbegriffe seiner Kritik der politischen Ökonomie genutzt: der Wert, der sich selbst verwertet und sich systemisch gegen alle Verhältnisse durchsetzt, was dahingehend zugespitzt wird, dass mit dem Kapitalismus eine Dynamik vorherrscht, in welcher der abstrakte Reichtum um seiner selbst willen produziert wird. In dieser Perspektive scheint es dann so, als sei die Marx’sche Theorie kaum über die Vorbehalte des von Marx so sehr geschätzten Aristoteles hinausgekommen, dass eine Produktion, der es nur um die Vermehrung des Geldes gehe, allmählich zu Grunde gehen müsse, weil sich Geld nun mal nicht essen lasse und überdies die Moral der Menschen verderbe. Auch erscheint die Marx’sche Theorie nur als eine weitere Spielart jener Klage, derzufolge alle gesellschaftlichen Verhältnisse dem Markt unterworfen und ökonomisiert würden – so als ob sich die Ökonomie völlig aus der Gesellschaft entbettet und sich von jeder Politik befreit hätte. Es wird die Kritik der Entfremdung reformuliert: dass das, was die Menschen erzeugen, sich zu einer Gewalt über sie erhebt. Gefordert werden dann die Zivilisierung der Märkte und die Wiederherstellung des Vorrangs der Politik, also letztlich eine bessere staatliche Sorge für seine Bürger und Bürgerinnen. Aber gerade Marx war derjenige, der gezeigt hat, dass in kapitalistischen Gesellschaften die Politik den von der Ökonomie ausgehenden Zwängen unterliegt. Aber mehr noch: die Politik ist selbst ein Bestandteil der kapitalistischen Produktionsweise; dass sie die Kapitalverwertung sichert und ausgestaltet, ist keine bedauerliche Abweichung sondern Normalität. Mehr im Editorial (pdf/Volltext)
Freitag 7. Oktober 2011
Kritik der Wirtschaftswissenschaften (September 2011)
| PROKLA-Redaktion: Editorial |
|
Kritik der Wirtschaftswissenschaften |
|
| Hans-Peter Büttner: Kritik der herrschenden ökonomischen Lehre. Der ökonomiekritische Diskurs des Cambridge-Ökonomen Piero Sraffa |
|
| Hanno Pahl: Textbook Economics: Zur Wissenschaftssoziologie eines wirtschaftswissenschaftlichen Genres |
|
| Leonhard Dobusch, Jakob Kapeller: Wirtschaft, Wissenschaft und Politik: Die sozialwissenschaftliche Bedingtheit linker Reformpolitik |
|
| Katharina Mader, Jana Schultheiss: Feministische Ökonomie – Antworten auf die herrschenden Wirtschaftswissenschaften? |
| Katrin Hirte, Walter Ötsch: Institutionelle Verstetigung von paradigmatischer Ausrichtung – Das Beispiel Sachverständigenrat |
|
Vanessa Redak: Europe‘s next model: Zur Bedeutung von Risikomessmodellen in Finanzmarktlehre, -aufsicht und -industrie |
|
| Luise Görges, Ulf Kadritzke: Corporate Social Responsibility – vom Reputationsmanagement zum politischen Projekt |
|
| |
|
| Außerhalb des Schwerpunkts |
|
| Philippe Kellermann: Anarchismus-Agnolismus. Über die misslungene Inszenierung eines libertären Marx im „Marxismus-Agnolismus“ |
|
Die Finanzkrise der Jahre 2008/2009 und die folgende Wirtschaftskrise hat nicht nur die Ökonomie, sondern auch die herrschende ökonomische Theorie erschüttert . Weitgehend deregulierte Finanzmärkte, nach neoklassischer Lehre der Gipfel ökonomischer Effizienz, stürzten in kürzester Zeit in eine tiefe Krise. Nur durch umfangreiche staatliche Bürgschaften und Finanzspritzen für Großbanken – ganz im Widerspruch zu den bis dato weithin geteilten marktradikalen Glaubenssätzen – konnte ein weitgehender Zusammenbruch des internationalen Finanzsystems verhindert werden. Die analytische Hilflosigkeit der Neoklassik war angesichts der Krise offensichtlich, so manche Auftritte ihrer Vertreter wirkten nur noch peinlich. Angesichts der enormen Konjunkturprogramme, mit denen die USA, Deutschland und andere Staaten auf die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise reagierten, sahen manche Beobachter schon eine Renaissance des Keynesianismus am Horizont. In manchen Medien erinnerte man sich sogar wieder der Marxschen Theorie, die immer schon argumentiert hatte, dass Krisen notwendigerweise zum Kapitalismus gehören. Mehr im Editorial (pdf/Volltext)
Donnerstag 14. Juli 2011
PROKLA 166
Deutschland – Krisengewinner?
(Heft 1, März 2012)
Die deutsche Wirtschaft hat sich von der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008-2009 erstaunlich rasch erholt. Vor allem der Export boomt. Das deutsche Kapital erzielt wieder stattliche Renditen. In der Automobilindustrie ist Deutschland das einzige der entwickelten Industrieländer, in dem die Produktion über dem Niveau liegt, das vor der jüngsten Krise erreicht wurde. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2010, das nach Angaben des Internationalen Währungsfonds mit 3,5% höher lag als im Durchschnitt der entwickelten Industrieländer, reflektiert freilich die Tiefe der vorangegangenen Krise – der Einbruch des Bruttoinlandsprodukts war 2009 in dem exportabhängigen Deutschland mit -4,7% auch stärker als im Durchschnitt der Industrieländer. Weiterlesen »
Sonntag 26. Juni 2011
Sparen und Herrschen (Juni 2011)
| PROKLA-Redaktion: Editorial |
|
Sparen und Herrschen |
|
| Hans-Jürgen Bieling: Vom Krisenmanagement zur neuen Konsolidierungsagenda der EU |
|
| Kai Eicker-Wolf, Klemens Himpele: Die Schuldenbremse als politisches Projekt |
|
| Sabine Reiner: Gutes Leben und gute Arbeit weggespart |
|
| Kai Marquardsen: Eigenverantwortung ohne Selbstbestimmung? Zum Verhältnis von „Autonomie“ und Heteronomie in der aktivierenden Arbeitsmarktpolitik |
|
| Margit Mayer: Das neue Elend der US-Städte: eine avancierte Form des Klassenkampfs von oben |
|
Umbruch in der arabischen Welt |
|
| Sabah Alnasseri: Revolutionäre ernten die Früchte selten: Der 17. Bouazizi 2010 |
|
| Ingar Solty: Krieg gegen einen Integrationsunwilligen? Die politische Ökonomie des libyschen Bürgerkriegs und der westlichen Intervention im Kontext der Krise des globalen Kapitalismus |
|
| Außerhalb der Schwerpunkte |
|
| Heide Gerstenberger: Atalanta: Militär gegen Piraterie |
|
„Sparen und Herrschen“ war der Titel eines Aufsatzes von Josef Esser und Wolfgang Fach (1983), mit dem die Autoren auf die Krise des sozialdemokratischen Modells Deutschland und den Übergang zur konservativ-liberalen Regierung reagierten, also den Beginn der neoliberalen Wende, in deren Zentrum die Haushaltskonsolidierung, die Senkung der Staatsquote und die Senkung der Steuern stehen sollte. Instruktiv an den Überlegungen von Esser und Fach war, dass sie, anders als andere materialistische Autoren, nicht so sehr die politische Ökonomie des Steuerstaates in den Blick nahmen (vgl. dazu PROKLA 154 Mit Steuern steuern sowie die Texte von Michael Krätke in PROKLA 82 und PROKLA 65), sondern das Moment von Herrschaft. Ihre These war: „Sparen ist Herrschen“ (Esser/Fach 1983: 444). Mehr im Editorial (pdf/Volltext)
Donnerstag 9. Juni 2011
PROKLA 165 und 167
Kritische Gesellschaftstheorie
(Heft 4, Dezember 2011 und Heft 2, Juni 2012)
Die PROKLA plant Ende 2011 und Anfang 2012 zwei Hefte zu kritischer Gesellschaftstheorie herauszubringen, für die wir geeignete Beiträge suchen. Weiterlesen »
Montag 28. Februar 2011
Nie wieder Krieg? (März 2011)
| PROKLA-Redaktion: Editorial |
|
| Dorothea Schmidt: Deutscher Militarismus – eine unendliche Geschichte? |
|
| Markus Euskirchen, Martin Singe: Gesellschaftliche Militarisierung. Die Bundeswehr und ihr Einsatz im eigenen Hinterland |
|
| Peter Strutynski: Uneingeschränkte Solidarität: Das neue strategische Konzept der NATO und die Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland |
|
| Werner Ruf: Die militärpolitische Emanzipation Deutschlands – Afrika als Exerzierplatz? |
|
| Manfred Lauermann: Zum Frieden verdammt – Bundeswehr 2011 |
|
| Gerhard Armanski, Jens Warburg: Warum die NATO den Krieg in Afghanistan nicht gewinnen wird |
|
| Florian Flörsheimer: Die Bundeswehr als „modernes“ Wirtschaftsunternehmen |
|
| Einsprüche |
|
| Eugen Januschke: Politisch relevanter Totenkult |
|
| Außerhalb des Schwerpunkts |
|
| Alex Demirović: Kritische Staatstheorie in emanzipatorischer Absicht. Anmerkungen zu Jan Schlemermeyers Aufsatz in PROKLA 160 |
|
| Jan Schlemermeyer: Die historische Dynamik des Kapitalismus und linke Strategien. Zu Alex Demirović‘ Anmerkungen |
|
Keine Wehrpflicht! Keine Soldaten!
Keine Monokel-Potentaten!
Keine Orden! Keine Spaliere!
Keine Reserveoffiziere!
Ihr seid die Zukunft!
Euer das Land!
Schüttelt es ab, das Knechtschaftsband!
Wenn ihr nur wollt, seid ihr alle frei!
Euer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei!
Wenn ihr nur wollt: bei euch steht der Sieg!
Nie wieder Krieg !
Theobald Tiger [Kurt Tucholsky]: Drei Minuten Gehör, 1922
Nie wieder Krieg! So lautete die Parole der Friedensbewegung der Weimarer Republik in den Jahren nach dem Weltkrieg, der damals noch nicht als der „Erste“ relativiert wurde. „Ohne uns!“ hieß es nach dem Zweiten Weltkrieg in West-Deutschland, als der Adenauer-Staat in das westliche Militärbündnis hinein wiederaufgerüstet wurde. „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“ – diese Parole war Ende der 1970er Jahre auf Transparenten in Hochschulen oder als Graffito an Hauswänden zu lesen. Sie geht nicht etwa auf Brecht, sondern auf eine Gedichtzeile des US-amerikanischen Schriftsteller Carl Sandburg aus den 1930er Jahren zurück: „Sometime they’ll give a war and nobody will come.“
Weiterlesen »
Sonntag 10. Oktober 2010
Eine gemeinsame Veranstaltung von NGBK und PROKLA anlässlich der neuen PROKLA-Ausgabe 160 zum Thema “Kulturkämpfe” – am 30. November 2010 um 19 Uhr
Seitdem vor einigen Jahren die “Unterschichten-Debatte” geführt wurde, lässt sich hierzulande zunehmend die politische Tendenz erkennen, Fragen sozialer Ungleichheit zu Phänomenen kultureller Differenz zu erklären. Die sozialdemokratische Aufforderung an die Arbeitslosen, ihrem Schicksal durch “Waschen und Rasieren” zu entkommen, stellte nur die Spitze eines ganzen Eisbergs diskursiver Anstrengungen dar, das staatlich alimentierte “Prekariat” zur Übernahme gut “bürgerlicher” Lebensführungsmuster anzuhalten. Dieser Modus öffentlicher Auseinandersetzung hat sich zuletzt nochmals verschärft und in der “Sarrazin-Debatte” sowie den Äußerungen Horst Seehofers einen vorläufigen Höhepunkt gefunden: Probleme materieller Not und politischer Entrechtung werden zu Fragen kultureller Entfremdung und sozialer “Integration” umdefiniert. Weiterlesen »
Montag 25. Januar 2010
Mit ihrem neuen Volltextangebot ist die Prokla jetzt auch in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek vertreten.
Sonntag 24. Januar 2010
Ist die aktuelle Krise wirklich schon „Schnee von gestern“?
Hat der Staat seine Mission als „Retter in der Not“ erfüllt?
Werden die Strukturprobleme der Weltwirtschaft in Zukunft noch zunehmen?
Drei Autoren der PROKLA 157 mit dem Schwerpunkt “Der blutige Ernst. Krise und Politik” diskutieren aus verschiedenen Perspektiven über Politik und Ökonomie in der aktuellen Krise: Stefan Schmalz (Autor PROKLA, Uni Kassel), Ingo Stützle (Autor PROKLA, Redakteur der Zeitschrift analyse&kritik) und Christina Kaindl (Autorin PROKLA, Redakteurin der Zeitschrift Luxemburg).
Dorothea Schmidt (Redakteurin PROKLA) moderiert und Katja Kipping (MdB und Vizevorsitzende der Partei Die LINKE) kommentiert.
9. FEBRUAR, 18.30 UHR
Humboldt-Universität Berlin
Inst. f. Sozialwissenschaften
EG, Raum 002/003
Universitätsstraße 3b
Samstag 23. Januar 2010
Die Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) veranstaltet am Montag, den 25. Januar, ein öffentliches Streitgespräch zum Thema „,Der gute Kapitalismus‘ – wie gut für wen?“. Es diskutieren Hansjörg Herr, Ökonomieprofessor an der HWR und Mitautor des Buches „Der gute Kapitalismus“, Ursula Weidenfeld (Tagesspiegel), Alex Demirovic (TU Berlin und Redakteur der PROKLA) und Dorothea Schmidt (HWR und Redakteur der PROKLA)
Hochschule für Wirtschaft und Recht
Badensche Straße 50–51
10825 Berlin
um 16 Uhr im Hörsaal 401