PROKLA

Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft

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Call for Papers 156

Die Redaktion am 9. März 2009

PROKLA 156
Ökologie in der Krise
(Heft 3, September 2009)

Mit dem Ausbruch der Finanzkrise, die sich immer mehr zu einer umfassenden Wirtschaftskrise entwickelt, wurde die Verzahnung von ökonomischer und ökologischer Krise sehr schnell deutlich. Sehen die einen die ökonomische Krise als Chance, um im Rahmen eines „Green New Deal“ nun endlich die drängenden ökologischen Probleme anzugehen, befürchten die anderen, dass insbesondere der Klimaschutz den diversen Konjunkturpaketen zum Opfer fällt und ein Ausstieg aus dem fossilen Kapitalismus in weite Ferne rückt.

Schon lange wird auf die „ökologischen Grenzen des Wachstums“ hingewiesen. Daraus wurde vielfach der Schluss gezogen dass die kapitalistische Produktionsweise mit ihrem Wachstumsimperativ keine adäquate Lösung der ökologischen Krise finden könne und folglich angesichts der Endlichkeit der Ressourcen an immanente, stoffliche Grenzen stoßen müsse. Doch sind schon seit längerer Zeit Veränderungen von Betriebsweisen und Unternehmensstrategien zu beobachten, so dass in jüngster Zeit teil affirmativ, teils kritisch von einem „Grünen Kapitalismus“ gesprochen wird. Ein Green New Deal soll diesen Ansätzen ökologischer Modernisierung nun gezielt einen Ordnungsrahmen geben, um damit aus der ökonomischen Krise heraus zu kommen und künftige Krisen zu vermeiden. Einige Lösungsversuche des Klimaproblems, die schlicht auf das Erschliessen neuer „grüner“ Geschäftsfelder abzielten, zeigten jedoch sehr schnell die Kurzsichtigkeit dieser Strategie, wie beispielsweise die Herstellung von Biosprit zur Reduzierung von Transport-Emissionen. Die PROKLA möchte die gegenwärtige „grüne Formation“ des Gegenwartskapitalismus im Kontext der ökonomischen Krise beleuchten. Dazu wollen wir verschiedene Fragestellungen behandeln.

1) Welche stillschweigenden Prämissen liegen der Rede von den „ökologischen Grenzen des Wachstums“ zugrunde?

2) Welche Rolle spielen die verschiedenen ökologischen Katastrophenszenarien in den gegenwärtigen Debatten? Welche Gesellschaftsentwürfe werden als Reaktion auf die ökologische und ökonomische Krise diskutiert (Grüner Kapitalismus als eine neue Formation; Autoritärer Ökologismus; Sozialökologischer New Deal; Ökosozialismus, etc.)?

3) Welche Kontinuitäten und Brüche lassen sich in den Debatten um und politischen Mobilisierungen zu ökologischen Probleme feststellen? Wie verändert sich das Verhältnis zwischen ökologischen und linken politischen Perspektiven?

4) Welche Hoffnungen verknüpfen sich mit Ansätzen der Regulation von Ökoproblemen durch Märkte? (Beispiel Emissionshandel, Clean Development Mechanism, Joint Implementation). Welche gesellschaftlichen Folgen haben diese Regulierungen? Welche Erfolge haben sich bislang eingestellt und wie sind diese Instrumente angesichts der Finanzkrise zu bewerten?

5) Wie spiegelt sich die „grüne“ Transformation in der Investitionstätigkeit der Unternehmen, der Regulations- und Subventionstätigkeit der Staaten wider? Welche neuen „grünen“ Geschäftsfelder werden mit welchen Auswirkungen erschlossen, wie satteln Unternehmen um (Stichwort von British Petroleum zu Beyond Petroleum) – und: in welchem Verhältnis stehen diese Transformationen zum „fossilen“ Kapitalismus?

6) Welche neuen Ausschlussmechanismen entstehen im Rahmen der ökologischen Modernisierung für die subalternen Klassen, sowohl in den Industrieländern als auch in den Entwicklungs- und Schwellenländern?

7) Lässt sich von einer Renaissance der Atomkraft sprechen?

8) Wie wirkt sich die Transformation auf der Subjektebene aus (Stichwort „Green Neoliberalism“)? Wie verhindern oder ermöglichen die Lebensweise(n) in kapitalistischen Kernländern nötige Veränderungen des Umgangs mit Ressourcen?

Die Redaktion lädt zur Einsendung von Exposés von 1-2 Seiten bis zum 15. März 2009 ein. Die fertigen Aufsätze müssen bis zum 25. Juni 2009 vorliegen und sollten einen Umfang von maximal 50.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen, Fußnoten, Literaturverzeichnis) haben. Zusendungen bitte per E-Mail an: nuss@prokla.de und grfz@gmx.de

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Manuskript-Einsendung allgemein:

Die Redaktion lädt zur Einsendung von Manuskripten ein. Auch außerhalb der jeweiligen Schwerpunktthemen sind Beiträge willkommen. Die Texte sollten sich in einem Umfang von 15-25 Seiten (ca. 50.000 Zeichen) halten. Bitte die amerikanische Zitierweise benutzen (Kurzangabe im Text und Bibliographie am Ende des Textes, bitte keine Quellennachweise in den Fußnoten).

Wir bitten, die Manuskripte per e-mail als attachment einzusenden. Die Dateien sollten in Word oder im Rich Text Format (rtf) abgespeichert sein und keine eigenen Formatierungsmerkmale (Kopfzeilen, Einrückungen, besondere Absatzformate