PROKLA

Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft

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Call for Papers 157

Die Redaktion am 2. Juli 2009

PROKLA 157
Der blutige Ernst: Krise und Politik
(Heft 4, Dezember 2009)

Was hierzulande als konjunktureller Abschwung und in den USA als Immobilienkrise begann, hat sich zu einer Weltwirtschaftskrise entwickelt, deren ganzes Ausmaß noch immer nicht abzuschätzen ist. Für das Jahr 2009 prognostiziert der IWF eine Veränderung des weltweiten BIP von -1,3%, der Welthandel soll sogar um 11% schrumpfen. Ganzen Ländern, wie Island oder Mexiko, droht der Staatsbankrott. Die Krise zieht auch katastrophale soziale Folgen nach sich: Weltweit könnten zusätzlich rund 50 Mio. Menschen bis zum nächsten Jahr in die Arbeitslosigkeit geworfen werden, weiteren 90 Mio. Menschen droht die extreme Armut. den Krisensuperlativen stehen auch gewaltige Bemühungen gegenüber, die Krise abzufedern und zu überwinden. Rund um den Globus wurden billionenschwere Konjunkturpakete geschnürt, alleine die neue US-amerikanische Regierung Obama legte in diesem Jahr ein Programm über 787 Mrd. US$ auf. Kurz, bislang war es vor allem die staatliche Politik, die durch die Krise eine Aufwertung erfahren hat. Galt diese im neoliberalen Diskurs als unfähig (da der Markt alles besser könne) und ohnmächtig (angesichts der Globalisierung bliebe den Nationalstaaten sowieso keine Eingriffsmöglichkeit mehr), so wird nun von allen Seiten nach dem Staat als Retter gerufen.

Die neue Situation wirft eine Fülle von Fragen auf, welche die PROKLA in einer Schwerpunktausgabe behandeln will:

  1. Welche Tragweite hat die Weltwirtschaftskrise, und wie ist sie historisch einzuordnen? Inwieweit ist sie mit anderen „großen Krisen“ des Kapitalismus vergleichbar? Welche verschiedene Dimensionen hat die Krise und wie sind diese miteinander verschränkt?
  2. Wie verändert sich im Rahmen der Krise das Verhältnis von Staat und Markt? Kommt es zu einer „Reregulierung“ des Kapitalismus? Ist die Krise sogar als Ausgangspunkt einer fundamentalen Reorganisation der kapitalistischen Produktionsweise zu bewerten?
  3. Welche Auswirkungen wird die Krise auf Unternehmen und Arbeitsmärkte haben? Werden verstärkt Verteilungskämpfe geführt werden? Welche gesellschaftlichen Kräfte werden zu den politischen Gewinnern und Verlierern gehören? Wer wird die gewaltigen Kosten der Krisenbewältigung zu tragen haben?
  4. Wie wirkt sich die Krise auf der Ebene der Lebensweise aus? Welche Veränderungen machen sich z.B. in Haushaltsstrukturen bemerkbar?
  5. Wie wird sich die Krise auf politische Kräfteverhältnisse auswirken? Entstehen neue soziale Bewegungen, kommt es sogar zu revolutionären Umbrüchen? Folgt eine politische Linksverschiebung oder eine neue Epoche des Rechtspopulismus?
  6. Wie wird sich die Struktur der Weltwirtschaft verändern? Ist der Globalisierungsschub der vergangenen Jahrzehnte vorerst beendet? Kommt es sogar zu Protektionismus und neuer Blockbildung?
  7. Welche Auswirkungen wird die Krise in einzelnen Weltregionen und Staaten haben? Wie wird z.B. die Europäische Union die Krise politisch verarbeiten? Wie stark werden die Länder in der Peripherie von Kapitalflucht und fallenden Rohstoffpreisen getroffen? Wie verändern sich Migrationsströme?
  8. Ist die Weltwirtschaftskrise ein Anzeichen für den Niedergang der Vorherrschaft des Westens in der Weltwirtschaft? Werden neue Machtzentren wie die BRIC-Länder oder die OPEC-Staaten nach der Krise eine veränderte Rolle wahrnehmen?
  9. Kommt es zur Reform von bestehenden Global-Governance-Institutionen wie IWF, Weltbank oder G8? Oder entstehen sogar vollkommen neue Institutionen zur Regulierung der Weltwirtschaft?

Die Redaktion lädt zur Einsendung von Exposés von 1-2 Seiten bis zum 15. Juni 2009 ein. Die fertigen Aufsätze müssen bis zum 25. September 2009 vorliegen und sollten einen Umfang von maximal 50.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen, Fußnoten, Literaturverzeichnis) haben. Zusendungen bitte per E-Mail an Stefan Schmalz: st.schmalz@uni-kassel.de

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Manuskript-Einsendung allgemein:

Die Redaktion lädt zur Einsendung von Manuskripten ein. Auch außerhalb der jeweiligen Schwerpunktthemen sind Beiträge willkommen. Die Texte sollten sich in einem Umfang von 15-25 Seiten (ca. 50.000 Zeichen) halten. Bitte die amerikanische Zitierweise benutzen (Kurzangabe im Text und Bibliographie am Ende des Textes, bitte keine Quellennachweise in den Fußnoten).

Wir bitten, die Manuskripte per e-mail als attachment einzusenden. Die Dateien sollten in Word oder im Rich Text Format (rtf) abgespeichert sein und keine eigenen Formatierungsmerkmale (Kopfzeilen, Einrückungen, besondere Absatzformate etc.) beinhalten.