PROKLA

Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft

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Call for Papers 179: Illusion und Macht des Geldes

Die Redaktion am 30. September 2014

Call for Papers PROKLA 179
Illusion und Macht des Geldes
(Heft 2, Juni 2015)

Die Krise 2008 löste bis weit in das bürgerliche Lager Zweifel an der Funktionsfähigkeit des Kapitalismus aus. Der neoliberale Mainstream hatte die Krise weder vorhergesehen noch konnte er sie erklären, sodass die bis dahin weitgehend marginalisierte kritische Ökonomietheorie neuen Auftrieb erhielt. Grundlegende Fragen wurden nun wieder gestellt – so auch die nach der Bedeutung des Geldes, seiner Formen und Funktionen oder nach den Möglichkeiten und Grenzen der Geldpolitik. Schließlich wurde die Macht und Ohnmacht der Zentralbankpolitik gleichermaßen offensichtlich: EZB-Präsident Mario Draghi konnte mit nur wenigen Worten im Sommer 2012 den Höhenflug der Zinsen auf Staatsanleihen der Länder an der Euro-Peripherie beenden; gleichzeitig zeitigt selbst extreme Niedrigzinspolitik über längere Zeit kein Wirtschaftswachstum. Die Zentralbanken wurden quasi Bad Banks, die den Markt von „faulen“ Krediten und „toxischen“ Wertpapieren befreien sollte, um wieder „Vertrauen“ herzustellen; gleichzeitig sind die Zentralbanken wichtige Akteure bei der Re-Regulierung der Geld- und Kapitalmärkte.

Diese aktuellen Entwicklungen werfen auch die Frage auf, was Geld überhaupt ist. Laut Marx ist es jedenfalls kein »pfiffig ausgedachtes Auskunftsmittel«. In der PROKLA 63 (1986) hieß es, dass Geld die Beziehung von Menschen regle und diese Regeln zugleich eine Form von Herrschaft seien. Wir begrüßen Artikel, die sich mit den Aspekten dieser komplexen Thematik befassen:

  • Wie tragen das Geld und die Geldpolitik zu den gesellschaftlichen Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnissen bei? Wie beeinflusst oder beeinträchtigt die Geld- und Kreditschöpfung die Lebensweise der Lohnabhängigen bzw. der subalternen Klassen? Wie wird gewährleistet, dass das Geld in die „richtigen“ Hände kommt, d.h., dass das Eigentum an Produktionsmitteln ein Monopol der Kapitalisten bleibt? Wie wirkt sich die Geldpolitik auf die Einkommens- und Vermögensverteilung aus?
  • Welche Bedeutung haben neue Formen des Geldes und der Geldschöpfung, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind (verschiedene Formen des elektronischen Geldes bzw. des Giralgeldes)? Welche Wirkungen haben sie im gesellschaftlichen Gesamtprozess?
  • Wie hat sich die Regulation des Geldes und des Kredits im Laufe der kapitalistischen Entwicklung verändert und wie hat sie ihrerseits zu verschiedenen Entwicklungsweisen des Kapitalismus beigetragen? Auf welche Weise haben die Veränderungen der Regulation des Geldes und des Kredits seit den 1970er Jahren zu der jüngsten globalen Finanz- und Wirtschaftskrise beigetragen?
  • Wie haben sich die Regulation des Geldes und des Kredits und die ihr innewohnenden Widersprüche durch die Krisenpolitik seit 2008 verändert? Wie weitreichend sind die Veränderungen, die mit dem Dodd-Frank-Act in den USA, der Europäischen Bankenunion, Basel III, der unkonventionellen Geldpolitik („quantitative Lockerung“) der führenden Zentralbanken etc. verbunden sind?
  • Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zeichnen die geldpolitischen Antworten auf die Krise in den OECD-Staaten aus? Wie und warum kooperierten US-amerikanische FED, die EZB, die Bank of England und gingen dennoch eigene Wege?
  • Welche Möglichkeiten hat die Geldpolitik, Krisen zu verhindern oder zu dämpfen bzw. Wirtschaftswachstum anzuregen? Wieso liegen Macht und Ohnmacht der Geldpolitik in der Krise derart nah zusammen?
  • Wie sind die nicht nur in den sozialen Bewegungen diskutierten Geldreformkonzepte (Vollgeld, Schwundgeld etc.) zu bewerten? Was ist ihr sozialer Gehalt? Welche geldtheoretischen Vorstellungen und Krisendiagnosen stehen hinter diesen Konzepten?
  • Welche Veränderungen zeichnen sich in der globalen Währungskonkurrenz und Währungshierarchie ab? Bleibt der US-Dollar weiterhin Leitwährung, und wenn ja, warum? Gibt es Alternativen?
  • Welche Position nimmt der Euro international ein und welche Anforderungen ergeben sich aus der Währungskonkurrenz für die Struktur der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion und für ihre Geldpolitik?

Die Redaktion lädt zur Einsendung von Exposés von 1-2 Seiten bis zum 20. Oktober 2014 ein, die fertigen Artikel sollen bis zum 10. März 2015 vorliegen. Sie sollten einen Umfang von 48.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen, Fußnoten, Literaturverzeichnis) nicht überschreiten. Zusendung bitte als Word-, RTF- oder ODT-Datei mit Angabe des Autor_innennamens an:

PROKLA-Redaktion: redaktion@prokla.de
Ingo Stützle: stuetzle@so36.net
Thomas Sablowski: sablowski@soz.uni-frankfurt.de
Hansjörg Herr: hansherr@hwr-berlin.de