PROKLA

Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft

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Editorial PROKLA 184

admin am 16. September 2016

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Titel 2016-03Editorial: Energiekämpfe: Interessen, Kräfteverhältnisse und Perspektiven (September 2016)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Energiekämpfe: Interessen, Kräfteverhältnisse und Perspektiven (September 2016)
Markus Wissen: Zwischen Neo-Fossilismus und „grüner Ökonomie“. Entwicklungstendenzen des globalen Energieregimes
Tobias Haas: Die Energiewende unter dem Druck (skalarer). Kräfteverschiebungen. Eine Analyse des EEG 2.0
Achim Brunnengräber und Felix Syrovatka: Konfrontation, Kooperation oder Kooptation? Staat und Anti-Atom-Bewegung im Endlagersuchprozess
Hendrik Sander: Die Bewegung für Klimagerechtigkeit und Energiedemokratie in Deutschland. Eine historisch-materialistische Bewegungsanalyse
Kristina Dietz, Oliver Pye und Bettina Engels: Sozial-räumliche Dynamiken der Agrartreibstoffe. Transnationale Netzwerke, skalare Rekonfigurationen, umkämpfte Orte und Territorien
Einsprüche
Ulrich Schachtschneider: Jenseits des Bürgerinvestors: Energiewende needs Degrowth
David Döll: Die Strategie der convergence des luttes in Frankreich. Zur Bewegungsdynamik zwischen Demokratie- und Klassenfrage
Außerhalb des Schwerpunkts
Alex Demirović: Die Selbstreflexion des Marxismus. Fünfzig Jahre Negative Dialektik
Ulf Kadritzke: Zur Mitte drängt sich alles (Teil 1). Historische Klassenstudien im Lichte der Gegenwart

Das auf der Verbrennung der fossilen Energieträger Öl, Kohle und Gas beruhende Energiesystem befindet sich in einer Krise. Zwar dürften die fossilen Vorkommen noch eine Weile reichen – das gilt umso mehr, als sowohl beim Öl als auch beim Gas zunehmend auf unkonventionelle Ressourcen (Teersand, Schieferöl- und -gas) zurückgegriffen wird. Allerdings wird die Verbrennung von Öl und Kohle aus klima-, in Ländern wie China auch aus gesundheitspolitischen Gründen zunehmend kritisiert. Am Abbau und an der energetischen Nutzung der besonders klimaschädlichen Braunkohle entzündet sich derzeit in einigen Ländern eine Protestbewegung, die sich auf lokale Anti-Kohle-Initiativen ebenso wie auf zentrale Veranstaltungen in Gestalt von Protest-Camps oder direkte Interventionen an Tagebauen stützt. Erdgas ist zwar im Vergleich zu Öl und Kohle weniger umweltschädlich, jedoch wird die Gasversorgung in Europa von den jüngsten geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der EU bzw. der NATO überlagert. Außer durch Ressourcenkonflikte und die Überlastung der Senken – also jener Ökosysteme, die die Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger absorbieren und damit eine wichtige klimatische Regulierungsfunktion ausüben – ist das fossilistische Energiesystem auch vonseiten der erneuerbaren Energien unter Druck geraten. Deren Nutzung befindet sich weltweit im Aufschwung. Weiterlesen im Editorial.