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Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft

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Call for Papers PROKLA 189/2: Autoritärer Populismus

admin am 1. März 2017

Call for Papers PROKLA 189
Autoritärer Populismus
Heft 4, Dezember 2017

Die politischen Entwicklungen in den vergangenen zwei Jahren haben sich überschlagen, die große und multiple Krise der finanzmarktdominierten Gesellschaftsformationen reproduziert sich auf höherer Stufenleiter. Zu den vielen Krisen kamen neue hinzu: die Krise des Kontrollregimes der europäischen Grenzen und der fortgesetzten staatlichen Maßnahmen, die Kontrolle über Flucht und Migration zurückzugewinnen, die Krise der EU durch den Brexit im Sommer 2016 und die darauf folgenden Spannungen in Großbritannien sowie zwischen diesem Land und der EU. In den USA hat Donald Trump das Amt des Präsidenten angetreten, verfolgt eine protektionistische Politik, will illegalisierte MigrantInnen in großem Maßstab abschieben und intensiviert die Förderung fossiler Energie. Eine neue Aufrüstungswelle auch mit Nuklearwaffen wird in Aussicht gestellt, die Gefahr eines Krieges zwischen den Großmächten einschließlich China wächst. Innenpolitisch sind wir in einer Reihe von Ländern mit einer Fortschreibung von Notstandspolitiken, dem weiteren Ausbau der Sicherheitsapparate und ihre Vernetzung sowie dem Abbau von bürgerschaftlichen und demokratischen Rechten konfrontiert. Neue Formen der Ausnahmestaatlichkeit zeichnen sich ab.

Die Entwicklungen des Jahres 2017 werden von einer Reihe von Wahlen bestimmt sein: Gewählt wird in den Niederlanden, in Frankreich, in Deutschland, möglicherweise ebenfalls in Österreich und in Italien. In allen diesen Ländern existieren starke autoritär-populistische Parteien. Wie auch der US-Präsident vertreten sie eine nationalistische Zielsetzung, treten mit ihrer Alarmismus-Rhetorik vielfach für teils protektionistische, teils neoliberale Politiken ein und betreiben einen Kulturkampf, in dessen Zentrum die Kritik an der sogenannten Genderideologie und der politischen Korrektheit steht. Einerseits sind diese Parteien durchaus für einen starken Nationalstaat, andererseits verfolgen sie in bestimmten Bereichen das neoliberale Ziel des Abbaus des Staates.

Nach fast einem Jahr der Erfahrungen mit der Präsidentschaft von Donald Trump und seinen rechten Beratern stellt sich die Frage nach den konkreten Entwicklungen in den USA und den Regierungspraktiken der neuen Administration. Ebenso soll sich das geplante Heft mit den autoritär-populistischen Parteien, ihren politischen Zielen, den Wahlen und den politischen Konstellationen in den entsprechenden Ländern befassen.

Mit unserem CfP laden wir ein, Beiträge einzureichen, die sich mit den Wahlen in den genannten Ländern der EU, mit den autoritär-populistischen Parteien, mit den gesellschaftlichen und politischen Grundlagen dieser Entwicklung befassen. Auch die jüngeren Entwicklungen in den USA sollen Gegenstand des Heftes sein. Dies schließt die programmatischen Diskussionen, das Wahlverhalten und die Unterstützung durch verschiedene Teile der Bevölkerung sowie die gesellschaftlichen Konflikte, die sich um die autoritär-populistischen Politiken bilden, mit ein. Des weiteren sollten politische Diskussionen und Praktiken, die sich dem autoritären Populismus entgegenstellen, Gegenstand von Beiträgen sein. In diesem Zusammenhang interessiert uns auch eine Diskussion der Frage, ob wir es mit einer Fortsetzung der neoliberalen Politiken zu tun haben und ob sich neue politische Kräfteverhältnisse und damit auch neue Formen des Staates und der Politik herausbilden.

Die Redaktion lädt zur Einsendung von Exposés von 1-2 Seiten bis zum 1. Mai 2017 ein. Die fertigen Artikel sollen bis zum 1. September 2017 vorliegen und einen Umfang von 45.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen, Fußnoten und Literaturverzeichnis) nicht überschreiten. Zusendung bitte als word-, RTF- oder ODT-Datei mit Angabe des Autor_innennamens an:

PROKLA-Redaktion: redaktion@prokla.de
Alex Demirovic: demirovic@em.uni-frankfurt.de
Felix Syrovatka: syrovatka@zedat.fu-berlin.de
Etienne Schneider: etienne.schneider@posteo.de
Thomas Sablowski: sablowski@soz.uni-frankfurt.de