PROKLA

Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft

  • Nadir-Zeitschriftensuche: PROKLA
    Loading
    Warum Google-Suche?

    -Statistiken aus/ein

  • Das Archiv enthält alle Jahrgänge seit 1971 und die Sonderhefte im Volltext. Die Volltexte der je aktuellen drei Jahrgänge sind nicht online, können aber beim Verlag oder im (linken) Buchhandel bestellt werden.

  • Die PROKLA erscheint beim

    und kooperiert mit
  • Meta

  • Lizenz

    Creative Commons Lizenzvertrag
    Die auf dieser Website zur Verfügung gestellten PROKLA-Texte stehen unter einer Creative Commons Lizenz.

Archive for the 'Ausgaben' Category

Editorial PROKLA 165

Posted by Die Redaktion on 20th Dezember 2011

Download summaries (engl.) & AutorInnen

Titel 2011-04Gesellschaftstheorie im Anschluss an Marx (Dezember 2011)

PROKLA-Redaktion: Editorial  
Gesellschaftstheorie im Anschluss an Marx
 
Alex Demirović: Kritische Gesellschaftstheorie und die Vielfalt derEmanzipationsperspektiven  
Hanna Meißner: Totalität und Vielfalt – gesellschaftliche Wirklichkeit als multidimensionaler Zusammenhang  
Sebastian Bandelin: Wer sieht das, was wir nicht sehen? Überlegungen zum Subjekt der Ideologiekritik  
Bob Jessop: Der ökonomische Determinismus – neu betrachtet
Andreas Fisahn: Paschukanis versus Bloch –
Sozialutopie und Rechtsform
 
Thomas Gehrig: Der entropische Marx. Eine Bitte an den Marxismus, die Entropie-Kirche im thermodynamischen Dorf zu lassen
 
Bernd Röttger: Das Landnahmetheorem: eine kritische Würdigung  
   
Außerhalb des Schwerpunkts  
Tom Strohschneider: Die Linkspartei in der Krise  

Marx in den Zusammenhang der Gesellschaftstheorie zu stellen, ist heute nicht selbstverständlich. Nicht selten wird Marx im wesentlichen als das wahrgenommen, was er eigentlich gar nicht sein wollte, ein Theoretiker, der als Kritiker der bürgerlichen Ökonomie den Kapitalismus kritisierte – Kapitalismus ganz eng verstanden als Wirtschaftssystem. Entsprechend eng fällt dann der Bezug auf das Marx’sche Werk aus. Es werden einige Grundbegriffe seiner Kritik der politischen Ökonomie genutzt: der Wert, der sich selbst verwertet und sich systemisch gegen alle Verhältnisse durchsetzt, was dahingehend zugespitzt wird, dass mit dem Kapitalismus eine Dynamik vorherrscht, in welcher der abstrakte Reichtum um seiner selbst willen produziert wird. In dieser Perspektive scheint es dann so, als sei die Marx’sche Theorie kaum über die Vorbehalte des von Marx so sehr geschätzten Aristoteles hinausgekommen, dass eine Produktion, der es nur um die Vermehrung des Geldes gehe, allmählich zu Grunde gehen müsse, weil sich Geld nun mal nicht essen lasse und überdies die Moral der Menschen verderbe. Auch erscheint die Marx’sche Theorie nur als eine weitere Spielart jener Klage, derzufolge alle gesellschaftlichen Verhältnisse dem Markt unterworfen und ökonomisiert würden – so als ob sich die Ökonomie völlig aus der Gesellschaft entbettet und sich von jeder Politik befreit hätte. Es wird die Kritik der Entfremdung reformuliert: dass das, was die Menschen erzeugen, sich zu einer Gewalt über sie erhebt. Gefordert werden dann die Zivilisierung der Märkte und die Wiederherstellung des Vorrangs der Politik, also letztlich eine bessere staatliche Sorge für seine Bürger und Bürgerinnen. Aber gerade Marx war derjenige, der gezeigt hat, dass in kapitalistischen Gesellschaften die Politik den von der Ökonomie ausgehenden Zwängen unterliegt. Aber mehr noch: die Politik ist selbst ein Bestandteil der kapitalistischen Produktionsweise; dass sie die Kapitalverwertung sichert und ausgestaltet, ist keine bedauerliche Abweichung sondern Normalität. Mehr im Editorial (pdf/Volltext)

Tags: , , , , , , , ,
Posted in Ausgaben, Bandelin, Demirović, Fisahn, Gehrig, Inhalt/Editorial, Jessop, Meißner, Redaktion, Röttger, Strohschneider | 1 Comment »

Editorial PROKLA 164

Posted by Die Redaktion on 7th Oktober 2011

Download summaries (engl.) & AutorInnen

Titel 2011-03Kritik der Wirtschaftswissenschaften (September 2011)

PROKLA-Redaktion: Editorial  
Kritik der Wirtschaftswissenschaften
 
Hans-Peter Büttner: Kritik der herrschenden ökonomischen Lehre. Der ökonomiekritische Diskurs des Cambridge-Ökonomen Piero Sraffa  
Hanno Pahl: Textbook Economics: Zur Wissenschaftssoziologie eines wirtschaftswissenschaftlichen Genres  
Leonhard Dobusch, Jakob Kapeller: Wirtschaft, Wissenschaft und Politik: Die sozialwissenschaftliche Bedingtheit linker Reformpolitik  
Katharina Mader, Jana Schultheiss: Feministische Ökonomie – Antworten auf die herrschenden Wirtschaftswissenschaften?
Katrin Hirte, Walter Ötsch: Institutionelle Verstetigung von paradigmatischer Ausrichtung – Das Beispiel Sachverständigenrat  
Vanessa Redak: Europe‘s next model: Zur Bedeutung von Risikomessmodellen in Finanzmarktlehre, -aufsicht und -industrie
 
Luise Görges, Ulf Kadritzke: Corporate Social Responsibility – vom Reputationsmanagement zum politischen Projekt  
   
Außerhalb des Schwerpunkts  
Philippe Kellermann: Anarchismus-Agnolismus. Über die misslungene Inszenierung eines libertären Marx im „Marxismus-Agnolismus“  

Die Finanzkrise der Jahre 2008/2009 und die folgende Wirtschaftskrise hat nicht nur die Ökonomie, sondern auch die herrschende ökonomische Theorie erschüttert . Weitgehend deregulierte Finanzmärkte, nach neoklassischer Lehre der Gipfel ökonomischer Effizienz, stürzten in kürzester Zeit in eine tiefe Krise. Nur durch umfangreiche staatliche Bürgschaften und Finanzspritzen für Großbanken – ganz im Widerspruch zu den bis dato weithin geteilten marktradikalen Glaubenssätzen – konnte ein weitgehender Zusammenbruch des internationalen Finanzsystems verhindert werden. Die analytische Hilflosigkeit der Neoklassik war angesichts der Krise offensichtlich, so manche Auftritte ihrer Vertreter wirkten nur noch peinlich. Angesichts der enormen Konjunkturprogramme, mit denen die USA, Deutschland und andere Staaten auf die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise reagierten, sahen manche Beobachter schon eine Renaissance des Keynesianismus am Horizont. In manchen Medien erinnerte man sich sogar wieder der Marxschen Theorie, die immer schon argumentiert hatte, dass Krisen notwendigerweise zum Kapitalismus gehören. Mehr im Editorial (pdf/Volltext)

Tags: , , , , , , , ,
Posted in Ausgaben, Büttner, Dobusch, Görges, Hirte, Inhalt/Editorial, Kadritzke, Kapeller, Kellermann, Mader, Ötsch, Pahl, Redak, Redaktion, Schultheiss | 3 Comments »

Editorial PROKLA 163

Posted by Die Redaktion on 26th Juni 2011

Download summaries (engl.) & AutorInnen

Titel 2011-02Sparen und Herrschen (Juni 2011)

PROKLA-Redaktion: Editorial  
Sparen und Herrschen
 
Hans-Jürgen Bieling: Vom Krisenmanagement zur neuen Konsolidierungsagenda der EU  
Kai Eicker-Wolf, Klemens Himpele: Die Schuldenbremse als politisches Projekt  
Sabine Reiner: Gutes Leben und gute Arbeit weggespart  
Kai Marquardsen: Eigenverantwortung ohne Selbstbestimmung? Zum Verhältnis von „Autonomie“ und Heteronomie in der aktivierenden Arbeitsmarktpolitik  
Margit Mayer: Das neue Elend der US-Städte: eine avancierte Form des Klassenkampfs von oben  
Umbruch in der arabischen Welt
 
Sabah Alnasseri: Revolutionäre ernten die Früchte selten: Der 17. Bouazizi 2010  
Ingar Solty: Krieg gegen einen Integrationsunwilligen? Die politische Ökonomie des libyschen Bürgerkriegs und der westlichen Intervention im Kontext der Krise des globalen Kapitalismus  
Außerhalb der Schwerpunkte  
Heide Gerstenberger: Atalanta: Militär gegen Piraterie  


„Sparen und Herrschen“ war der Titel eines Aufsatzes von Josef Esser und Wolfgang Fach (1983), mit dem die Autoren auf die Krise des sozialdemokratischen Modells Deutschland und den Übergang zur konservativ-liberalen Regierung reagierten, also den Beginn der neoliberalen Wende, in deren Zentrum die Haushaltskonsolidierung, die Senkung der Staatsquote und die Senkung der Steuern stehen sollte. Instruktiv an den Überlegungen von Esser und Fach war, dass sie, anders als andere materialistische Autoren, nicht so sehr die politische Ökonomie des Steuerstaates in den Blick nahmen (vgl. dazu PROKLA 154 Mit Steuern steuern sowie die Texte von Michael Krätke in PROKLA 82 und PROKLA 65), sondern das Moment von Herrschaft. Ihre These war: „Sparen ist Herrschen“ (Esser/Fach 1983: 444). Mehr im Editorial (pdf/Volltext)

Tags: , , , , , , , ,
Posted in Alnasseri, Ausgaben, Bieling, Eicker-Wolf, Gerstenberger, Himpele, Inhalt/Editorial, Marquardsen, Mayer, Redaktion, Reiner, Solty | 2 Comments »

Editorial PROKLA 162

Posted by Die Redaktion on 28th Februar 2011

Download summaries (engl.) & AutorInnen

Titel 2011-01Nie wieder Krieg? (März 2011)

PROKLA-Redaktion: Editorial  
Dorothea Schmidt: Deutscher Militarismus – eine unendliche Geschichte?  
Markus Euskirchen, Martin Singe: Gesellschaftliche Militarisierung. Die Bundeswehr und ihr Einsatz im eigenen Hinterland  
Peter Strutynski: Uneingeschränkte Solidarität: Das neue strategische Konzept der NATO und die Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland  
Werner Ruf: Die militärpolitische Emanzipation Deutschlands – Afrika als Exerzierplatz?  
Manfred Lauermann: Zum Frieden verdammt – Bundeswehr 2011  
Gerhard Armanski, Jens Warburg: Warum die NATO den Krieg in Afghanistan nicht gewinnen wird  
Florian Flörsheimer: Die Bundeswehr als „modernes“ Wirtschaftsunternehmen  
Einsprüche  
Eugen Januschke: Politisch relevanter Totenkult  
Außerhalb des Schwerpunkts  
Alex Demirović: Kritische Staatstheorie in emanzipatorischer Absicht. Anmerkungen zu Jan Schlemermeyers Aufsatz in PROKLA 160  
Jan Schlemermeyer: Die historische Dynamik des Kapitalismus und linke Strategien. Zu Alex Demirović‘ Anmerkungen  

Keine Wehrpflicht! Keine Soldaten!
Keine Monokel-Potentaten!
Keine Orden! Keine Spaliere!
Keine Reserveoffiziere!
Ihr seid die Zukunft!
Euer das Land!

Schüttelt es ab, das Knechtschaftsband!
Wenn ihr nur wollt, seid ihr alle frei!
Euer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei!
Wenn ihr nur wollt: bei euch steht der Sieg!
Nie wieder Krieg !

Theobald Tiger [Kurt Tucholsky]: Drei Minuten Gehör, 1922

Nie wieder Krieg! So lautete die Parole der Friedensbewegung der Weimarer Republik in den Jahren nach dem Weltkrieg, der damals noch nicht als der „Erste“ relativiert wurde. „Ohne uns!“ hieß es nach dem Zweiten Weltkrieg in West-Deutschland, als der Adenauer-Staat in das westliche Militärbündnis hinein wiederaufgerüstet wurde. „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“ – diese Parole war Ende der 1970er Jahre auf Transparenten in Hochschulen oder als Graffito an Hauswänden zu lesen. Sie geht nicht etwa auf Brecht, sondern auf eine Gedichtzeile des US-amerikanischen Schriftsteller Carl Sandburg aus den 1930er Jahren zurück: „Sometime they’ll give a war and nobody will come.“

Read the rest of this entry »

Tags: , , , , , ,
Posted in Armanski, Ausgaben, Demirović, Euskirchen, Flörsheimer, Inhalt/Editorial, Januschke, Lauermann, Redaktion, Ruf, Schlemermeyer, Schmidt, Dorothea, Singe, Strutynski, Warburg | 1 Comment »

Editorial PROKLA 161

Posted by Die Redaktion on 25th Januar 2011

Download summaries (engl.) & AutorInnen

Titel 2010-04China im globalen Kapitalismus (Dezember 2010)

PROKLA-Redaktion: Editorial  
Stefan Schmalz: Chinas neue Rolle im globalen Kapitalismus  
Ingo Schmidt: Exportorientiertes Wachstum in China, Deutschland und Japan – Herausforderung oder Bestandteil der US Hegemonie?  
Gerhard Armanski: Chinas Abgang von der Weltbühne  
Ngai-Ling Sum: Die (Semi)-Peripherie ins Zentrum rücken. Zur Kulturellen Politischen Ökonomie der BRIC-Staaten  
Tobias ten Brink: Der Aufstieg Chinas und die neuen Kräftekonstellationen in Ostasien  
Jörg Goldberg: Afrika und die neuen asiatischen Wirtschaftsmächte: Entwicklungspartnerschaft oder Balgerei um Rohstoffe?  
Beverly J. Silver, Lu Zhang: China als neuer Mittelpunkt der globalen Arbeiterunruhe  
Florian Butollo: Streikwelle in China Der Anfang vom Ende des Niedriglohnmodells?  
Außerhalb des Schwerpunkts  
Kevan Harris: Die Geschichte zweier Nationalismen: Irans grüne Bewegung  


Vielleicht wird einmal die letzte Februarwoche im Jahr 1972 als ein Wendepunkt in die Geschichtsbücher eingehen, beendete doch der Besuch des damaligen USPräsidenten Richard Nixon bei Mao Zedong in der Verbotenen Stadt die Isolation der Volksrepublik China. Das erklärte Ziel des Treffens, so Nixons Worte, eine Brücke zu bauen, „über die 16.000 Meilen Entfernung und 22 Jahre der Feindschaft, die uns in der Vergangenheit entzweit“ hatten, wurde rasch erreicht. Die diplomatischen Kontakte waren in kurzer Zeit wieder hergestellt. Dies ebnete den Weg für den langen Rückmarsch des Reichs der Mitte auf den USamerikanisch dominierten Weltmarkt. Die vorsichtige wirtschaftliche Außenöffnung, die die Kommunistische Partei Chinas schließlich sechs Jahre später einleitete, führte dann dazu, dass das Land seitdem ein stürmisches Wachstum durchläuft. Das rote China hat sich deshalb auch mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit dem Kapitalismus zugewandt und gilt heute als eine aufstrebende Weltmacht. Read the rest of this entry »

Tags: , , , , , , ,
Posted in Armanski, Ausgaben, Butollo, Goldberg, Harris, Inhalt/Editorial, Redaktion, Schmalz, Schmidt, Ingo, Silver, Sum, Zhang | No Comments »

Editorial PROKLA 160

Posted by Die Redaktion on 12th Oktober 2010

Download summaries (engl.) & AutorInnen

Titel 2010-03Kulturkämpfe (September 2010)

PROKLA-Redaktion: Editorial
David Salomon: Elemente neuer Bürgerlichkeit. Bourgeois und Citoyen in der postdemokratischen Elitenherrschaft
Jasmin Siri: Die Halbierung der Bürgerlichkeit. Zur Form „neo-bürgerlicher“ Diskurse in der massenmedialen Öffentlichkeit
Susanne Draheim, Alexandra Krause, Tilman Reitz: Von Chancen und Statuskämpfen. Klassenverhältnisse in der Erziehungsgesellschaft
Magdalena Freudenschuß: Prekäre (Kultur-)Kämpfe? Die Verhandlung gesellschaftlicher Verhältnisse im Diskurs zu Prekarisierung
Beat Weber: Finanzbildungsbürgertum und die Finanzialisierung des Alltags
Martin Seeliger, Katharina Knüttel: „Ihr habt alle reiche Eltern, also sagt nicht, ‚Deutschland hat kein Ghetto!‘“
Einsprüche
Matthias Schnath: Hartz IV – Armut anerkannt, gefördert und gefordert
Außerhalb des Schwerpunkts
Paul Burkett, John Bellamy Foster: Stoffwechsel, Energie und Entropie in Marx‘ Kritik der politischen Ökonomie (Teil 2)
Sonja Mangold: Arbeitsrecht unter Druck
Jan Schlemermeyer: Kritik der Politik als Politikwissenschaft? Zur Aktualität der Staatstheorie von Johannes Agnoli und den Chancen einer kategorialen Marxrezeption


Manche werden sagen, dass wieder mal die Sozialdemokratie an allem Schuld ist. Jedenfalls erscheint rückblickend die Behauptung plausibel, dass alles mit einer von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegebenen Studie anfing, die erkunden sollte, welche Sozialmilieus sich überhaupt noch von sozialdemokratischer Programmatik angesprochen fühlen könnten. Die beauftragten Forscher/innen suchten und fanden – nicht als potenzielles Wählerklientel, sondern als sozialstrukturelles Randsegment – das „abgehängte Prekariat“ (Neugebauer 2007, vgl. dazu auch den Beitrag von Magdalena Freudenschuß). Damit war die Bombe geplatzt – es gibt eine Unterschicht in Deutschland, und schlimmer noch: es gibt eine deutsche Unterschicht. Zwar veranstalteten führende Sozialdemokraten zunächst noch einige verbale Verrenkungen, um die Verbreitung des hässlichen Wortes in der öffentlichen Debatte nicht zu befördern, und bezichtigten „lebensfremde Soziologen“ (Franz Müntefering) eines typisch realitätsfernen Wissenschaftlergeschwafels. Doch die Diskursdynamik war nicht mehr zu stoppen: seit dem Sommer 2006 schwelt hierzulande die Unterschichten-Debatte (vgl. dazu auch Stephan Lessenich, „Du bist Unterschicht: Zur Remoralisierung sozialer Ungleichheit“, in: PROKLA 145). Männlich, arbeitsund konfessionslos sowie ostdeutsch ist, besagter Studie zufolge, das subproletarische Sozialmilieu, das zum Kristallisationskern einer sozialen Dynamik geworden ist, die sich, so die der Konzeption dieses Heftes zugrundeliegende Annahme, analytisch wie politisch gewinnbringend als (neuartiger) Kulturkampf verstehen lässt. Read the rest of this entry »

Tags: , , , , , , , , , ,
Posted in Ausgaben, Bellamy Foster, Burkett, Draheim, Freudenschuß, Inhalt/Editorial, Knüttel, Krause, Mangold, Redaktion, Reitz, Salomon, Schlemermeyer, Schnath, Seeliger, Siri, Weber | 2 Comments »

Editorial PROKLA 159

Posted by Die Redaktion on 8th Juli 2010

Download summaries (engl.) & AutorInnen

Titel 2010-02Marx! (Juni 2010)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Alex Demirović: Struktur, Handlung und der ideale Durchschnitt
Urs Marti: Marx und die politische Philosophie der Gegenwart
Jörg Stadlinger, Dieter Sauer: Marx & Moderne.
Dialektik der Befreiung oder Paradoxien der Individualisierung?
Paul Burkett, John Bellamy Foster: Stoffwechsel, Energie
und Entropie in Marx’ Kritik der politischen Ökonomie
Jenseits des Podolinsky-Mythos (Teil 1)
Hanno Pahl: Marx, Foucault und das Projekt
einer Wissenssoziologie der Wirtschaftswissenschaften
Jannis Milios, Dimitris P. Sotiropoulos: Marxsche Theorie
und Imperialismus
Außerhalb des Schwerpunkts
Klaus Müller, Rudi Schmidt: Von der griechischen zur europäischen Krise

Mit der Finanzkrise von 2008 und der Wirtschaftskrise, die 2009 folgte, wuchs geradezu schlagartig das öffentliche Interesse an Marx. Nachdem es an den ökonomischen genauso wie an den meisten sozialwissenschaftlichen Fachbereichen deutscher Universitäten schon lange keine Lehrveranstaltungen mehr zur Marxschen Theorie gegeben hatte, nachdem man in den Medien des Mainstreams Marx seit Jahren nur dann noch hervorkramte, wenn man ihm aufs Neue bescheinigen wollte, dass er überholt sei, war dieses erneute Interesse zwar bemerkenswert, aber bei näherem Hinsehen doch nicht so ganz überraschend. Während die herrschende neoklassische Theorie seit Jahrzehnten das Hohelied effizienter Märkte sang, die – wenn sie nur ausreichend dereguliert und flexibilisiert seien – nie und nimmer eine Krise hervorbringen würden, war die Krise plötzlich wieder da. Und die Regierungen, denen die Glaubenssätze des Neoliberalismus längst als unbestreitbarer common sense galten, griffen zu interventionistischen Maßnahmen bis hin zur Bankenverstaatlichung, um wenigstens die unmittelbaren Krisenfolgen abzumildern, waren aber genauso wie die Vielzahl der sie beratenden Experten unsicher, ob das dicke Ende nicht erst noch bevorsteht. In dieser Situation konnte sich einem schon die Frage aufdrängen, ob der alte Mann mit dem Rauschebart nicht vielleicht doch recht gehabt hatte, mit seiner Diagnose, dass Krisen keine Betriebsunfälle, sondern notwendige Begleiterscheinungen des Kapitalismus seien? Und wenn er schon mit dieser Diagnose recht behalten hatte, sollte dann vielleicht auch am Rest seiner Kapitalismuskritik etwas dran sein? Bei einem Großteil der medialen Auseinandersetzung mit Marx konnte man den Eindruck gewinnen, dass es vor allem darum ging einen solchen Verdacht auszuräumen: Ja, mit der Krise habe Marx vielleicht einen Punkt erwischt, aber trotzdem könne man mit der Marxschen Theorie insgesamt heute nicht mehr viel anfangen – so der Tenor vieler Beiträge. Warum man aber mit der schon mehr als einmal an der Wirklichkeit gescheiterten neoklassischen Theorie, deren Vertreter in den letzten 40 Jahren so viele Nobelpreise abgeräumt hatten und die nach wie vor den Standardlehrstoff an den wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereichen ausmacht, besser fahren würde, konnte einem niemand erklären. In so manchen studentischen und auch in einigen gewerkschaftlichen Gruppen wurden die Fragen nach der Erklärungskraft der Marxschen Theorie dagegen zum Anlass für eine vertiefte Auseinandersetzung mit Marx genommen. Kapital-Lektüre Kurse (in der Regel fernab jeder institutionellen Anbindung) hatten eine Zeitlang Hochkonjunktur und existieren zum Teil auch jetzt noch. Read the rest of this entry »

Tags: , , , , , , , ,
Posted in Ausgaben, Bellamy Foster, Burkett, Demirović, Inhalt/Editorial, Klaus, Marti, Milios, Müller, Klaus, Pahl, Redaktion, Sauer, Schmidt, Rudi, Sotiropoulos, Stadlinger | 1 Comment »

Editorial PROKLA 158

Posted by Die Redaktion on 20th April 2010

Download summaries (engl.) & AutorInnen

Titel 2010-01Postkoloniale Studien als kritische Sozialwissenschaft (März 2010)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Hannah Franzki, Joshua Kwesi Aikins: Postkoloniale Studien und kritische Sozialwissenschaft
Aníbal Quijano: Die Paradoxien der eurozentrierten kolonialen Moderne
Tanja Ernst: Postkoloniale Theorie und politische Praxis: Die Dekolonisierung Boliviens
Maria Framke, Jana Tschurenev: Umstrittene Geschichte. (Anti-)Faschismus und (Anti-)Kolonialismus in Indien
Petra Neuhold, Paul Scheibelhofer: Provincialising Multiculturalism. Postkoloniale Perspektiven auf Multikulturalismus, Diversität und Emanzipation
Sook-Young Ahn, Ralf Havertz: „Rumpf, Arm und Faust“. Orientalismus im Verhältnis zwischen Südkorea und Japan
Stefanie Kron: Grenzen im Transit. Zur Konstitution politischer Subjektivitäten in transmigrantischen Räumen
Einsprüche
Sabine Nuss: Ich möchte kein Eisbär sein. Warum der Klimagipfel in Kopenhagen die Welt nicht gerettet hat

Ein Schwerpunktheft zu postkolonialen Studien wird vielleicht die Frage provozieren, ob man sich wirklich mit diesem Thema beschäftigen muss. Wird der Gegenstandsbereich der ehemals kolonisierten Gesellschaften nicht schon von dependenztheoretischen Ansätzen, der Weltsystemtheorie oder anderen Ansätzen der kritischen Sozialwissenschaft hinreichend erfasst? Sind die postkolonialen Studien nicht einfach nur ein neuer akademischer Trend? Die dieser PROKLAAusgabe zugrunde liegende Arbeitsthese lautet, einfach gesagt, dass dem nicht so ist. Read the rest of this entry »

Tags: , , , , , , , , , ,
Posted in Ausgaben, Ernst, Framke, Franzki, Havertz, Inhalt/Editorial, Kron, Kwesi Aikins, Neuhold, Nuss, Quijano, Redaktion, Scheibelhofer, Sook-Young, Tschurenev | 3 Comments »

Editorial PROKLA 157

Posted by Die Redaktion on 9th Januar 2010

Download summaries (engl.) & AutorInnen

Titel 2009-04Der blutige Ernst:
Krise und Politik
(Dezember 2009)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Rudi Schmidt: Nachruf auf Jürgen Hoffmann
Jürgen Hoffmann: Die Krise von 1929 und das Ende der Weimarer Republik
Ingo Schmidt: Große Krisen seit den 1930er Jahren
Joachim Becker, Johannes Jäger: Die EU und die große Krise
Klaus Dörre, Michael Behr, Dennis Eversberg, Karen Schierhorn: Krise ohne Krisenbewusstsein? Zur subjektiven Dimension kapitalistischer Landnahmen
Christina Kaindl: Extreme Rechte in der Krise – Kämpfe ums Subjekt
Alex Demirović: Kehrt der Staat zurück? Wirtschaftskrise und Demokratie
Ingo Stützle: To be or not to be a Keynesian – ist das die Frage? Kritik und Grenzen wirtschaftspolitischer Alternativen
Dieter Boris, Stefan Schmalz: Eine Krise des Übergangs: Machtverschiebungen in der Weltwirtschaft
Hanna Al Taher, Matthias Ebenau: Phoenix und Asche:
Indien und die Weltwirtschaftskrise
Außerhalb des Schwerpunkts
Silke van Dyk: Gegenstrategien als (neue) Systemressource des Kapitalismus?

„Der Blutige Ernst“, so hieß eine von George Grosz und Carl Einstein im Jahr 1919 herausgegebene satirische Zeitschrift, die einen schonungslosen Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse warf. Mit (nicht nur) satirischen Mitteln stellten sie den „blutigen Ernst“ der Lage der bürgerlichen Schönfärberei gegenüber. Um den blutigen Ernst der Krise soll es auch in diesem Heft der PROKLA gehen. Read the rest of this entry »

Tags: , , , , , ,
Posted in Al Taher, Ausgaben, Becker, Joachim, Behr, Boris, Demirović, Dörre, Ebenau, Eversberg, Hoffmann, Inhalt/Editorial, Jäger, Kaindl, Redaktion, Schierhorn, Schmalz, Schmidt, Ingo, Schmidt, Rudi, Stützle, van Dyk | 1 Comment »

Editorial PROKLA 156

Posted by Die Redaktion on 12th Oktober 2009

Download summaries (engl.) & AutorInnen

Titel 2009-03Ökologie in der Krise?
(September 2009)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Kristina Dietz, Markus Wissen: Kapitalismus und „natürliche Grenzen“. Eine kritische Diskussion ökomarxistischer Zugänge zur ökologischen Krise
Erik Swyngedouw: Immer Ärger mit der Natur:
„Ökologie als neues Opium für’s Volk“
Christine Bauhardt: Ressourcenpolitik und Geschlechtergerechtigkeit. Probleme lokaler und globaler Governance am Beispiel Wasser
Achim Brunnengräber: Prima Klima mit dem Markt? Der Handel mit dem Recht, die Luft zu verschmutzen
Lutz Mez, Mycle Schneider: Renaissance der Atomkraft? Vermutlich nicht!
Oliver Pye: Biospritbankrott: Europäische Klimapolitik, Palmöl und kapitalistische Naturverhältnisse in Südostasien
Frieder Otto Wolf, Pia Paust-Lassen, Gerd Peter: Neue Arbeitspolitik und politische Ökologie zusammen denken Was lässt sich aus dem Exempel des alten HdA-Programms heute lernen?
Einsprüche
Ulrich Brand: Schillernd und technokratisch Grüner New Deal als magic bullet in der Krise des neoliberal-imperialen Kapitalismus?
Außerhalb des Schwerpunkts
Ellen David Friedman: Gewerkschaften in China und den USA an einem Wendepunkt der globalen neoliberalen Ökonomie

Mit der Finanz- und Wirtschaftskrise geraten auch ökologische Probleme wieder verstärkt in die Diskussion. Allerdings bleibt bis jetzt noch unklar, ob die Krise eher dazu führen wird, die Bearbeitung ökologischer Probleme zu verschieben, oder ob die diversen Konjunkturprogramme einen „Grünen Kapitalismus“ befördern können. Dementsprechend ging es in den bislang geführten Debatten vor allem darum, ob nicht „mehr“ und „effizientere“ Klimapolitik notwendig wäre. Gleichzeitig wird befürchtet, dass der nächste UN-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen keinerlei praktisch relevante Ergebenisse liefern wird. Read the rest of this entry »

Tags: , , , , , , ,
Posted in Ausgaben, Bauhardt, Brand, Brunnengräber, Dietz, Friedman, Inhalt/Editorial, Mez, Paust-Lassen, Peter, Pye, Redaktion, Scheider, Swyngedouw, Wissen, Wolf, Frieder Otto | No Comments »