PROKLA

Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft

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Archive for the 'Demirović' Category

Alex Demirović: Autoritärer Populismus als neoliberale Krisenbewältigungsstrategie.

Posted by admin on 8th Mai 2018

Der Aufstieg rechter Parteien in vielen Ländern ist derzeit das bestimmende Thema. Im herrschenden Diskurs werden sie als „rechtspopulistisch“ charakterisiert. Der Debatte liegt das Schema der Extremismustheorie zugrunde, die den politischen Raum in eine positiv konnotierte Mitte und zwei negativ konnotierte Extreme einteilt. Ist es demnach überhaupt sinnig, den Populismusbegriff zu verwenden? Darüber lässt sich ebenso streiten wie es dringend geboten ist, den Strategien und der politischen Ökonomie rechter Politik auf den Grund zu gehen. Dieser Aufgabe nimmt sich die neue PROKLA an. Alex Demirović stellt das neue Heft zu autoritärem Populismus vor.

 
Der Artikel von Alex Demirović aus dem neuen Heft kann kostenfrei als PDF heruntergeladen werden.

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Editorial PROKLA 190

Posted by admin on 22nd März 2018

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Titel 2018-01Editorial: Autoritärer Populismus. Strategie und politische Ökonomie rechter Politik (März 2018)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Autoritärer Populismus. Strategie und politische Ökonomie rechter Politik (März 2018)
Tobias Boos: Ein Hut, zu viele Köpfe. Zu Geschichte und Theorie des Populismusbegriffs.
Alex Demirović: Autoritärer Populismus als neoliberale Krisenbewältigungsstrategie.
Dennis Eversberg: Innerimperiale Kämpfe. Drei Thesen zum Verhältnis zwischen autoritärem Nationalismus und imperialer Lebensweise.
Thomas Sablowski und Hans-Günter Thien: Die AfD, die Arbeiterinnenklasse und die Linke – kein Problem?.
Brigitte Bargetz: Politik und Angst. Oder: homo neuroticus und der Spuk nationaler Souveränität.
Trevor Evans: Donald Trumps Ziel, den „Sumpf trocken zu legen“. Zum US-Wirtschaftsaufschwung seit 2009
Klaus Müller: Polens illiberale Revolution
Axel Gehring: Auf den Schultern des EU-Projektes gegen den „Status Quo“. Autoritärer Populismus in der Türkei und seine Krise.
Einspruch
Heiko Haumann: 1917: Erfahrung und Erinnerung. Was bleibt von der Russischen Revolution?

Das vorliegende Heft verfolgt die Fragestellung von Heft 185 zum Thema „Ausnahmezustand“ weiter. In den vergangenen Jahren gab es eine Vielzahl von beschleunigten Entwicklungen und politischen Krisen, die zu autoritären Regierungspraktiken geführt und zu einer Veränderung der politischen Kräfte beigetragen haben. Es spricht vieles dafür, dass in diesem Kontext die Erfolge von als rechtspopulistisch bezeichneten Parteien mehr ist, als nur eine Erweiterung des Parteienspektrums und des parlamentarischen Raums, sondern ein neues politisches Regime bedeutet.

Der Aufstieg von Parteien und Politikern, die im herrschenden Diskurs als „rechtspopulistisch“ charakterisiert werden, ist ein bestimmendes Thema der letzten Jahre gewesen. Dabei verweist der Begriff des Rechtspopulismus auf den des Linkspopulismus. Beide Begriffe werden im herrschenden Diskurs pejorativ gebraucht. Rechts- und Linkspopulismus gelten als zwei Varianten derselben Sache. Dem liegt ein Schema zugrunde, das den politischen Raum in eine positiv konnotierte Mitte und zwei negativ konnotierte Extreme einteilt: Rechts- und Linkspopulismus gelten gewissermaßen als abgemilderte Formen von Rechts- und Linksextremismus. Anders gesagt: Rechts- und Linkspopulismus bewegen sich nach dem herrschenden Verständnis genau an der Grenze zwischen der Mitte (dem, was als normal gilt) und den Extremen. Sie werden nach dem Muster der Totalitarismustheorie behandelt. Dabei steht das Urteil über den Populismus schon fest, bevor seine Funktionsweise überhaupt analysiert wurde (vgl. D’Eramo 2013; Link 2017). Aus kritischer, emanzipatorischer Sicht ist die Gleichsetzung von rechten und linken Kräften zurückzuweisen. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob Parteien, in denen rassistische, sexistische oder faschistische Positionen vertreten werden, nicht verharmlost werden, indem sie als rechtspopulistisch gekennzeichnet werden. Es wird auch davon abgelenkt, dass z.B. in der CDU oder in der BILD-Zeitung ebenfalls auf ideologische Elemente zurückgegriffen wurde und wird, die heute dem Rechtspopulismus zugeordnet werden; das „bürgerliche Lager“ bzw. die „Mitte“ werden dadurch exkulpiert. Allerdings sollte der Begriff des Populismus auch nicht vorschnell aufgegeben werden → Das Editorial weiterlesen.

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Editorial PROKLA 188

Posted by admin on 18th September 2017

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Titel 2017-03Editorial: Gesellschaftskritik und 150 Jahre Kritik der politischen Ökonomie (September 2017)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Gesellschaftskritik und 150 Jahre Kritik der politischen Ökonomie (September 2017)
Silke van Dyk: Krise der Faktizität? Über Wahrheit und Lüge in der Politik und die Aufgabe der Kritik.
Tilman Reitz: Kritik als Ideologie. Selbstreflexion und Herrschaftsanteile der akademischen Linken.
Alex Demirović: Gesellschaftskritik und Gerechtigkeit.
Emma Dowling, Silke van Dyk und Stefanie Graefe: Rückkehr des Hauptwiderspruchs? Anmerkungen zur aktuellen Debatte um den Erfolg der Neuen Rechten und das Versagen der „Identitätspolitik“.
Michael Heinrich: 150 Jahre „Kapital“ – und kein Ende. Unsystematische Anmerkungen zu einer unendlichen Geschichte.
Lukas Egger: Der „schreckliche erste Abschnitt“. Zu Louis Althussers Kritik an der marxschen Werttheorie
Hans-Peter Büttner: Kritik der Politischen Ökonomie im 21. Jahrhundert. Zur neueren Debatte um das marxsche „Transformationsproblem“.
Außerhalb des Schwerpunkts
Andrea Kretschmann und Aldo Legnaro: Ausnahmezustände. Zur Soziologie einer Gesellschaftsverfassung.
Einspruch
Daniel Mullis: Das Ende der Postdemokratie, den Pessimismus überwinden.
Felix Syrovatka: Ein Ende mit Schrecken – Frankreich nach den Wahlen.

Seit einigen Jahren hat Gesellschaftskritik in der Soziologie (wieder) Hochkonjunktur – und mit ihr die disziplinäre Selbstverständigung darüber, welche Möglichkeiten und Aufgaben einer (wie auch immer zu definierenden) „kritischen“ Soziologie zukommen sollte. Der Heftschwerpunkt „Perspektiven der Gesellschaftskritik“ widmet sich der Frage, ob die neueren Debatten über sozialwissenschaftliche Kritik in der gegenwärtigen Situation veränderte Bedeutung erhalten. Ausgangspunkt hierfür ist zunächst eine doppelte Wahrnehmung: Zum einen, dass es in Teilen des akademischen Diskurses – nachdem Gesellschaftskritik der etablierten Soziologie jahrelang als anrüchige Tätigkeit galt – zu einer erfreulichen Wiederkehr der Gesellschaftskritik gekommen ist; zum anderen jedoch die entsprechenden Debatten häufig merkwürdig formal und abstrakt bleiben. Zahlreiche Monografien und Sammelbände haben die Facetten sozialwissenschaftlicher und politisch-philosophischer „Kritik“ erkundet, dabei aber häufig die „Sachkritik“, das heißt die Kritik der konkreten gesellschaftlichen Verhältnisse, zugunsten umfassender selbstreflexiver Verständigungen vernachlässigt. Oftmals wurde und wird nicht deutlich, wer oder was – und warum eigentlich – von wem kritisiert werden soll. [Weiterlesen im Editorial]

Sozialwissenschaftliche Gesellschaftskritik bezieht sich oftmals auf Karl Marx. Vor 150 Jahren, im September 1867, erschien die erste Auflage von Das Kapital. Auch wenn die Resonanz zunächst verhalten war und sein Freund Friedrich Engels mit ein paar Rezensionen unter falschem Namen nachhelfen musste, so wurde es doch zu einer der einflussreichsten Ökonomie- und gesellschaftskritischen Schriften – mit einer Ausstrahlung in nahezu alle wissenschaftlichen Disziplinen. Drei Beiträge in unserem zweiten Schwerpunkt diskutieren ausgewählte Fragen.

Außerhalb des Schwerpunkts führen wir die Debatte fort, die mit der PROKLA 185 angestoßen wurde und bereits einige Repliken provoziert hatte.

Felix Syrovatka geht in seinem Einspruch auf die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen ein und klärt, wie diese einzuschätzen sind und was dieses politische Erdbeben für die politische Landschaft in Frankreich bedeutet.

Die PROKLA-Redaktion dankt Emma Dowling, Silke van Dyk, Stefanie Graefe und Tilman Reitz für die Initiative zu einem Schwerpunkt zu Gesellschaftskritik.

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Editorial PROKLA 184

Posted by admin on 16th September 2016

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Titel 2016-03Editorial: Energiekämpfe: Interessen, Kräfteverhältnisse und Perspektiven (September 2016)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Energiekämpfe: Interessen, Kräfteverhältnisse und Perspektiven (September 2016)
Markus Wissen: Zwischen Neo-Fossilismus und „grüner Ökonomie“. Entwicklungstendenzen des globalen Energieregimes
Tobias Haas: Die Energiewende unter dem Druck (skalarer). Kräfteverschiebungen. Eine Analyse des EEG 2.0
Achim Brunnengräber und Felix Syrovatka: Konfrontation, Kooperation oder Kooptation? Staat und Anti-Atom-Bewegung im Endlagersuchprozess
Hendrik Sander: Die Bewegung für Klimagerechtigkeit und Energiedemokratie in Deutschland. Eine historisch-materialistische Bewegungsanalyse
Kristina Dietz, Oliver Pye und Bettina Engels: Sozial-räumliche Dynamiken der Agrartreibstoffe. Transnationale Netzwerke, skalare Rekonfigurationen, umkämpfte Orte und Territorien
Einsprüche
Ulrich Schachtschneider: Jenseits des Bürgerinvestors: Energiewende needs Degrowth
David Döll: Die Strategie der convergence des luttes in Frankreich. Zur Bewegungsdynamik zwischen Demokratie- und Klassenfrage
Außerhalb des Schwerpunkts
Alex Demirović: Die Selbstreflexion des Marxismus. Fünfzig Jahre Negative Dialektik
Ulf Kadritzke: Zur Mitte drängt sich alles (Teil 1). Historische Klassenstudien im Lichte der Gegenwart

Das auf der Verbrennung der fossilen Energieträger Öl, Kohle und Gas beruhende Energiesystem befindet sich in einer Krise. Zwar dürften die fossilen Vorkommen noch eine Weile reichen – das gilt umso mehr, als sowohl beim Öl als auch beim Gas zunehmend auf unkonventionelle Ressourcen (Teersand, Schieferöl- und -gas) zurückgegriffen wird. Allerdings wird die Verbrennung von Öl und Kohle aus klima-, in Ländern wie China auch aus gesundheitspolitischen Gründen zunehmend kritisiert. Am Abbau und an der energetischen Nutzung der besonders klimaschädlichen Braunkohle entzündet sich derzeit in einigen Ländern eine Protestbewegung, die sich auf lokale Anti-Kohle-Initiativen ebenso wie auf zentrale Veranstaltungen in Gestalt von Protest-Camps oder direkte Interventionen an Tagebauen stützt. Erdgas ist zwar im Vergleich zu Öl und Kohle weniger umweltschädlich, jedoch wird die Gasversorgung in Europa von den jüngsten geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der EU bzw. der NATO überlagert. Außer durch Ressourcenkonflikte und die Überlastung der Senken – also jener Ökosysteme, die die Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger absorbieren und damit eine wichtige klimatische Regulierungsfunktion ausüben – ist das fossilistische Energiesystem auch vonseiten der erneuerbaren Energien unter Druck geraten. Deren Nutzung befindet sich weltweit im Aufschwung. Weiterlesen im Editorial.

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Editorial PROKLA 180

Posted by Die Redaktion on 24th September 2015

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Titel 2015-03Editorial: Die politische Krise in Europa und die Reorganisation der bürgerlichen Kräfte (September 2015)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Die politische Krise in Europa und die Reorganisation der bürgerlichen Kräfte (September 2015)
Fabian Georgi und John Kannankulam: Kräfteverhältnisse in der Eurokrise. Konfliktdynamiken im bundesdeutschen ‚Block an der Macht’
Daniel Keil: Die Erweiterung des Resonanzraums. Pegida, die Aktualisierung des Völkischen und die Neuordnung des Konservatismus
Felix Syrovatka: Der Aufstieg der Madame Le Pen. Die Strategie der Front National im Europawahlkampf 2014
Joachim Becker: Oligarchie – eine Form bürgerlicher Herrschaft. Das Beispiel osteuropäischer semi-peripherer Kapitalismus
Außerhalb des Schwerpunkts
Thomas Goes: Linkspopulismus und Prekarisierung
Christian Lotz: An der Oberfläche der Tauschgesellschaft Kritik der Kritischen Theorie
Alex Demirović: „Anders denken, anders sprechen“. Ein Besprechungsessay zu „Das Kapital lesen“
Einspruch
Michael Heinrich: Gute deutsche Politik

„Noch vor einem Jahrzehnt glaubten viele, sie sei am Schluss ihrer Weisheit und Wirksamkeit angelangt …: die Theorie des Neo-Liberalismus“ – so Elmar Altvater 1981 in der PROKLA 44. Die ökonomischen und politischen Folgen der Krise 1929“. brachten das Laisser-faire in die Defensive. Mit den Klassenkämpfen und sozialen Auseinandersetzungen in den 1960er und 1970er Jahren galt der Keynesianismus in den industriellen Zentren als die anerkannte wirtschaftspolitische Doktrin sowie die adäquate Form, den Widerspruch von Kapital und Lohnarbeit zu bearbeiten. „Lieber fünf Prozent Inflation als fünf Prozent Arbeitslosigkeit“ – noch 1972 schien der Ausspruch des späteren Bundeskanzlers Helmut Schmidt Common Sense, wurde Geldwertstabilität für weit weniger wichtig gehalten als das Beschäftigungsniveau. Es kam bekanntlich anders – auch dank Helmut Schmidt, der die ersten Austeritätsmaßnahmen einleitete, Jahre vor Helmut Kohl. Mit Ronald Reagan in den USA, Margaret Thatcher in Großbritannien und Helmut Kohl in Deutschland wurde der sozialstaatlich verfasste Nachkriegskapitalismus jedoch endgültig angezählt. Rot-Grün unter Gerhard Schröder markierte mit der Agenda 2010 den vorläufigen Höhepunkt neoliberaler Politik in Deutschland. Die Linke hatte es über Jahre schwer, mit der Offensive von Kapitalinteressen und neuer Bürgerlichkeit einen politischen Umgang zu finden.

Angesichts der tief greifenden Krise des Kapitalismus, die ihren Ausgangspunkt zwar 2006 auf dem US-Immobilienmarkt hatte, sich aber 2007 über die globalen Finanzmärkte weltweit ausbreitete, zeigten sich viele Linke guten Mutes: Die Hegemonie des Neoliberalismus habe Risse bekommen, in die das „Neue“ eindringen könnte, das überall und dank des globalen Widerstands gegen die sozialen und politischen Zumutungen bereits aufblitze (vgl. PROKLA 177). In Europa repräsentierte für viele Syriza die Hoffnung politischer Alternativen, nachdem die Krise schließlich in die sogenannte Eurokrise (2009ff.) mündete, auf die die Euro-Länder unter deutscher Führung mit Austerität antworteten, während Angela Merkel die „marktkonforme Demokratie“ ausrief. Die Linkspartei in Griechenland, aber auch Podemos in Spanien machten vielen Hoffnung, dass die neoliberale Alternativlosigkeit in eine Sackgasse geraten war. Seit Juli 2015 wissen wir, dass es anders kam. Selbst wenn die Geschichte noch nicht zu Ende ist.

In einigen der letzten PROKLA-Ausgaben sind wir vor allem auf die ökonomische Dimension der Krise (PROKLA 157), die Krise der Wirtschaftswissenschaften (PROKLA 164), die EU und den Euro (PROKLA 168) und den „Krisengewinner Deutschland“ (PROKLA 166) eingegangen. Dass Deutschland Krisengewinner ist, ist eine Voraussetzung dafür, dass eine breite Zustimmung für die Austeritäts- und Dominanzpolitik der Bundesregierung organisiert werden kann. Auch viele Texte außerhalb der jeweiligen Schwerpunkte hatten Griechenland zum Thema. In der vorliegenden PROKLA geht es vor allem darum, wie sich die Krise politisch in der Reorganisation der bürgerlichen Kräfte ausdrückt und fortschreibt. Weiterlesen im Editorial.

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Editorial PROKLA 172

Posted by Die Redaktion on 2nd Oktober 2013

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Titel 2013-03Editorial: Gesellschaftstheorie III: Kontroversen (September 2013)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Gesellschaftstheorie III: Kontroversen
Alex Demirović: Kritische Gesellschaftstheorie: Analyse der Kräfteverhältnisse oder Zeitdiagnose – mit einem Seitenblick auf die Beiträge von Slavoj Žižek
Etienne Schneider: Gesellschaftliche Totalität und die Pluralität gesellschaftlicher Widersprüche
Dorothea Schmidt: Fordismus: Glanz und Elend eines
Produktionsmodells
Stefan Beck und Christoph Scherrer: Die Finanzialisierungslücke der Varieties of Capitalism
Peter Streckeisen: Praxis und Form. Ökonomiekritik mit Marx und Bourdieu
Hanno Pahl: Aufstieg und Niedergang einer
wirtschaftswissenschaftlichen Wahrheit. Reinharts und Rogoffs Artikel Growth in a Time of Debt
Außerhalb des Schwerpunkts
Urs Müller-Plantenberg: Der andere 11. September und die Folgen: 40 Jahre nach dem Putsch in Chile
Herbert Panzer: Regimedominierte Zahlenakkumulation –
vom Umgang mit ökonomischen Kategorien und ihren Größen
Thomas Sablowski: Das finanzdominierte Akkumulationsregime: Replik zu den Kritiken von Herbert Panzer und Joachim Becker

Wenn sie nicht gerade zu denjenigen gehören, die Richard Wagner als umstürzenden Neuerer der klassischen Musiktraditionen schätzen, so dürfte der 200. Geburtstag des Meisters die Mehrzahl der PROKLALeser/innen eher kalt lassen. Sie verbinden damit vermutlich am ehesten Bilder der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Elite der Bundesrepublik, die im August nach Bayreuth wallt, um sich dort den Klängen der Tetralogie Der Ring des Nibelungen hinzugeben, vielleicht aber auch nur, um in der Öffentlichkeit den Eindruck der Kulturbeflissenheit zu erwecken, und in den Pausen an Stehtischen teuren Sekt zu trinken.

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Editorial PROKLA 171

Posted by Die Redaktion on 2nd Juli 2013

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Titel 2013-02Demokratie und Herrschaft, Parlamentarismus und Parteien (Juni 2013)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Demokratie und Herrschaft, Parlamentarismus und Parteien
Bernd Röttger: In Memoriam Gilbert Ziebura (1924 – 2013). Zur Aktualität einer Analyse struktureller Bestimmungsfaktoren politischerHandlungskorridore
Alex Demirović: Multiple Krise, autoritäre Demokratie und radikaldemokratische Erneuerung
Anne Steckner: Marxistische Parteiendebatte revisited. Zur Verortung politischer Parteien in der Bürgerlichen Gesellschaft
Anne-Kathrin Krug, Jakob Graf: Zur Aktualität der Organisationstheorie von Luxemburg und Gramsci. Zwischen emanzipatorischer Theoriebildung und ahistorischer Bezugnahme
Alexander Neupert: Parteilichkeit und Aufklärung. Zur Kritik der Mosaik-Linken
Holger Oppenhäuser: Demokratische Querfronten? Der neue Rechtspopulismus und die Ambivalenzen der direkten Demokratie
Thomas Wagner: Bürgerprotest in der Mitmachfalle. Wie aus Partizipation eine Herrschaftsmethode gemacht wird
Einspruch
Alex Demirović: Keine Zeit mehr. Das Ende des sozialdemokratischen Projekts
Außerhalb des Schwerpunkts
Jannis Milios, Dimitris Sotiropoulos: Eurozone: die Krise als Chance für die kapitalistische Offensive
Albert Scherr: Offene Grenzen? Migrationsregime und die Schwierigkeiten einer Kritik des Nationalismus

Die große Krise hat erneut vor Augen geführt, wie prekär die Einrichtungen der parlamentarischen Demokratie angesichts einer mächtigen, global wirksamen kapitalistischen Dynamik sind. Sie selbst ist in der Krise. Regierungen werden auf Druck der EU und der Troika abgesetzt und durch Expertenregierungen ersetzt. Dem bundesdeutschen Parlament, das ohnehin viele Maßnahmen zur Bewältigung der Krise nur abnicken durfte, wurde von Bundeskanzlerin Merkel bescheinigt, dass es sich marktkonform zu verhalten habe. Die Krise hat nicht zu einer völligen Außerkraftsetzung der parlamentarischen Verfahren geführt, aber sie stark relativiert. Das gilt auf ganze andere Weise auch für den Prozess der europäischen Integration. Sie schwächt die Bedeutung der nationalstaatlichen demokratischen Institutionen, hat aber bislang kaum nennenswerten Ersatz dafür geboten. So stellt sich der Eindruck ein, dass eine Allianz von nationalen und europäischen Bürokraten in engem Kontakt mit den Unternehmensverbänden das Schicksal der EU bestimmt.

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Editorial PROKLA 166

Posted by Die Redaktion on 6th März 2012

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Titel 2012-01Deutschland – Krisengewinner? (März 2012)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Deutschland – Krisengewinner?
Steffen Lehndorff: Man spricht deutsch: Eine trügerische Erfolgsgeschichte
Bernd Röttger: Noch immer „Modell Deutschland“? Mythen und Realitäten politökonomischer Kontinuität einer Gesellschaftsformation
Christoph Scheuplein: An die Wertschöpfungskette gelegt. Die finanzgetriebene Restrukturierung in der deutschen Automobilzulieferindustrieb und ihr Scheitern
Christian Schröder/Leiv Eirik Voigtländer: Ringen um den Regelsatz. Erwerbslosenproteste und die Neubestimmung der Hartz-IV-Höhe
Alex Demirović/Thomas Sablowski: Finanzdominierte Akkumulation und die Krise in Europa
Einspruch
Stephan Lessenich: Brauner Osten? Wie neulich mal wieder die DDR besiegt wurde
 Soziale Proteste in Spanien und Israel
Isidro López/Emmanuel Rodríguez: Das spanische Modell
Ramón Espinar/Jacobo Abellán: “Lo llaman democracia y no lo es”. Eine demokratietheoretische Annäherung an die Bewegung des 15. Mai
Michael Janoschka/Jorge Sequera: Zur symbolischen Rückeroberung und Politisierung des öffentlichen Raums.  Eine Analyse der Raumpolitiken des movimiento 15-M
Efrat Eizenberg: Soziale Proteste in Israel: die Eroberung neuer sozialer Räume

„Wir wollen gestärkt aus dieser Krise hervorgehen“, hatte Bundeskanzlerin Merkel vor der Europawahl 2009 verkündet. Sie scheint ihr Ziel erreicht zu haben. Als wir das vorliegende Heft konzipierten, erschien Deutschland jedenfalls als Krisengewinner. Die deutsche Wirtschaft war zwar aufgrund ihrer hohen Exportabhängigkeit relativ stark von der Rezession zwischen dem Herbst 2008 und dem Frühjahr 2009 betroffen, erholte sich dann jedoch rasch wieder. Während das Bruttoinlandsprodukt 2009 um 4,7% schrumpfte, wuchs es 2010 um 3,5%. Dass auf den tiefen Einschnitt eine Periode kräftigen Wachstums folgte, war an sich nicht weiter verwunderlich: Es handelte sich im Grunde nur um eine Rückkehr zu dem Reproduktionsniveau vor der Krise. Es wurde bereits Mitte 2011 wieder erreicht. Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn ist das ökonomische und politische Gewicht Deutschlands aber gewachsen. Lag der deutsche Anteil am Sozialprodukt der 27 EU-Länder 2007 bei 19,6%, so stieg er bis 2010 auf 21,9%. Mehr im Editorial (pdf/Volltext)

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Editorial PROKLA 165

Posted by Die Redaktion on 20th Dezember 2011

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Titel 2011-04Gesellschaftstheorie im Anschluss an Marx (Dezember 2011)

PROKLA-Redaktion: Editorial  
Gesellschaftstheorie im Anschluss an Marx
 
Alex Demirović: Kritische Gesellschaftstheorie und die Vielfalt derEmanzipationsperspektiven  
Hanna Meißner: Totalität und Vielfalt – gesellschaftliche Wirklichkeit als multidimensionaler Zusammenhang  
Sebastian Bandelin: Wer sieht das, was wir nicht sehen? Überlegungen zum Subjekt der Ideologiekritik  
Bob Jessop: Der ökonomische Determinismus – neu betrachtet
Andreas Fisahn: Paschukanis versus Bloch –
Sozialutopie und Rechtsform
 
Thomas Gehrig: Der entropische Marx. Eine Bitte an den Marxismus, die Entropie-Kirche im thermodynamischen Dorf zu lassen
 
Bernd Röttger: Das Landnahmetheorem: eine kritische Würdigung  
   
Außerhalb des Schwerpunkts  
Tom Strohschneider: Die Linkspartei in der Krise  

Marx in den Zusammenhang der Gesellschaftstheorie zu stellen, ist heute nicht selbstverständlich. Nicht selten wird Marx im wesentlichen als das wahrgenommen, was er eigentlich gar nicht sein wollte, ein Theoretiker, der als Kritiker der bürgerlichen Ökonomie den Kapitalismus kritisierte – Kapitalismus ganz eng verstanden als Wirtschaftssystem. Entsprechend eng fällt dann der Bezug auf das Marx’sche Werk aus. Es werden einige Grundbegriffe seiner Kritik der politischen Ökonomie genutzt: der Wert, der sich selbst verwertet und sich systemisch gegen alle Verhältnisse durchsetzt, was dahingehend zugespitzt wird, dass mit dem Kapitalismus eine Dynamik vorherrscht, in welcher der abstrakte Reichtum um seiner selbst willen produziert wird. In dieser Perspektive scheint es dann so, als sei die Marx’sche Theorie kaum über die Vorbehalte des von Marx so sehr geschätzten Aristoteles hinausgekommen, dass eine Produktion, der es nur um die Vermehrung des Geldes gehe, allmählich zu Grunde gehen müsse, weil sich Geld nun mal nicht essen lasse und überdies die Moral der Menschen verderbe. Auch erscheint die Marx’sche Theorie nur als eine weitere Spielart jener Klage, derzufolge alle gesellschaftlichen Verhältnisse dem Markt unterworfen und ökonomisiert würden – so als ob sich die Ökonomie völlig aus der Gesellschaft entbettet und sich von jeder Politik befreit hätte. Es wird die Kritik der Entfremdung reformuliert: dass das, was die Menschen erzeugen, sich zu einer Gewalt über sie erhebt. Gefordert werden dann die Zivilisierung der Märkte und die Wiederherstellung des Vorrangs der Politik, also letztlich eine bessere staatliche Sorge für seine Bürger und Bürgerinnen. Aber gerade Marx war derjenige, der gezeigt hat, dass in kapitalistischen Gesellschaften die Politik den von der Ökonomie ausgehenden Zwängen unterliegt. Aber mehr noch: die Politik ist selbst ein Bestandteil der kapitalistischen Produktionsweise; dass sie die Kapitalverwertung sichert und ausgestaltet, ist keine bedauerliche Abweichung sondern Normalität. Mehr im Editorial (pdf/Volltext)

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Editorial PROKLA 162

Posted by Die Redaktion on 28th Februar 2011

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Titel 2011-01Nie wieder Krieg? (März 2011)

PROKLA-Redaktion: Editorial  
Dorothea Schmidt: Deutscher Militarismus – eine unendliche Geschichte?  
Markus Euskirchen, Martin Singe: Gesellschaftliche Militarisierung. Die Bundeswehr und ihr Einsatz im eigenen Hinterland  
Peter Strutynski: Uneingeschränkte Solidarität: Das neue strategische Konzept der NATO und die Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland  
Werner Ruf: Die militärpolitische Emanzipation Deutschlands – Afrika als Exerzierplatz?  
Manfred Lauermann: Zum Frieden verdammt – Bundeswehr 2011  
Gerhard Armanski, Jens Warburg: Warum die NATO den Krieg in Afghanistan nicht gewinnen wird  
Florian Flörsheimer: Die Bundeswehr als „modernes“ Wirtschaftsunternehmen  
Einsprüche  
Eugen Januschke: Politisch relevanter Totenkult  
Außerhalb des Schwerpunkts  
Alex Demirović: Kritische Staatstheorie in emanzipatorischer Absicht. Anmerkungen zu Jan Schlemermeyers Aufsatz in PROKLA 160  
Jan Schlemermeyer: Die historische Dynamik des Kapitalismus und linke Strategien. Zu Alex Demirović‘ Anmerkungen  

Keine Wehrpflicht! Keine Soldaten!
Keine Monokel-Potentaten!
Keine Orden! Keine Spaliere!
Keine Reserveoffiziere!
Ihr seid die Zukunft!
Euer das Land!

Schüttelt es ab, das Knechtschaftsband!
Wenn ihr nur wollt, seid ihr alle frei!
Euer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei!
Wenn ihr nur wollt: bei euch steht der Sieg!
Nie wieder Krieg !

Theobald Tiger [Kurt Tucholsky]: Drei Minuten Gehör, 1922

Nie wieder Krieg! So lautete die Parole der Friedensbewegung der Weimarer Republik in den Jahren nach dem Weltkrieg, der damals noch nicht als der „Erste“ relativiert wurde. „Ohne uns!“ hieß es nach dem Zweiten Weltkrieg in West-Deutschland, als der Adenauer-Staat in das westliche Militärbündnis hinein wiederaufgerüstet wurde. „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“ – diese Parole war Ende der 1970er Jahre auf Transparenten in Hochschulen oder als Graffito an Hauswänden zu lesen. Sie geht nicht etwa auf Brecht, sondern auf eine Gedichtzeile des US-amerikanischen Schriftsteller Carl Sandburg aus den 1930er Jahren zurück: „Sometime they’ll give a war and nobody will come.“

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