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Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft

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Editorial PROKLA 187

Posted by admin on 7th Juni 2017

Download summaries (engl.) & AutorInnen

Titel 2017-02Editorial: Arbeit und Wertschöpfung im digitalen Kapitalismus (Juni 2017)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Arbeit und Wertschöpfung im digitalen Kapitalismus (Juni 2017)
Moritz Altenried: Die Plattform als Fabrik. Crowdwork, Digitaler Taylorismus und die Vervielfältigung der Arbeit
Martin Ehrlich, Thomas Engel, Manfred Füchtenkötter und Walid Ibrahim: Digitale Prekarisierung. Neue Verwundbarkeiten und Abwertungsprozesse in der Industriearbeit
Jobst Gaus, Christopher Knop und David Wandjo: Marktkopplung und Ablaufdeterminismus. Eine Kritik am Demokratisierungsversprechen der Industrie-4.0-Diskussion
Eva-Maria Raffetseder, Simon Schaupp und Philipp Staab: Kybernetik und Kontrolle. Algorithmische Arbeitssteuerung und betriebliche Herrschaft.
Georg Barthel und Jan Rottenbach: Reelle Subsumtion und Insubordination im Zeitalter der digitalen Maschinerie. Mit-Untersuchung der Streikenden bei Amazon in Leipzig
Stefania Animento, Giorgio Di Cesare und Cristian Sica: Total Eclipse of Work? Neue Protestformen in der gig economy am Beispiel des Foodora Streiks in Turin
Florian Butollo und Yannick Kalff: Entsteht der Postkapitalismus im Kapitalismus? Eine Kritik an Masons Transformationsstrategie
Außerhalb des Schwerpunkts
Christian Christen: Der neoliberale Rentenkonsens in Deutschland und seine Genese. Von der Lebensstandardsicherung zur Altersarmut für Millionen
Ewgeniy Kasakow: Bewegung versus Avantgarde? Mythologie der linken Debatten über die Russische Revolution 1917

Die Diskussion um die Zukunft der Arbeit wird derzeit von Spekulationen über die Auswirkungen der Digitalisierung überlagert. In Deutschland konzentriert sich die Debatte, unterfüttert von üppig ausgestatteten Förderprogrammen, um den Begriff „Industrie 4.0“. Dies hat zunächst einmal den Effekt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte und speziell der Industriearbeit plötzlich wieder en vogue sind. Das ist durchaus zu begrüßen, wurden die materiellen Grundlagen wirtschaftlichen Handelns doch seit den 1990er Jahren durch übertriebene Prognosen zur New Economy in den Hintergrund gedrängt (vgl. hierzu die Diskussion in PROKLA 122). Die Fiktion einer „Entstofflichung“ der Ökonomie (Albert u.a. 1999) hat heute einem neuen Interesse an Arbeit und Produktion Platz gemacht. Damit erhält der deutsche Digitalisierungsdiskurs eine markant andere und weniger verklärende Note als jener im angloamerikanischen Raum, wo das Ende der Arbeit schon eine ausgemachte Sache zu sein scheint (vgl. Mason 2016; Srnicek/Williams 2015). Zugleich schafft der Begriff „Industrie 4.0“ neue Mythen. Zum einen, weil er sich in geradezu bornierter Weise auf die Kernbereiche der deutschen Exportindustrie beschränkt und damit wichtige Dimensionen der Digitalisierung von Arbeit aus dem Blickfeld verliert. Zum anderen, weil „Industrie 4.0“ eine politische Agenda verkörpert, ja, als ein neues Hegemonieprojekt der Unternehmensverbände und staatlichen Eliten verstanden werden kann. So erscheint der Begriff „Industrie 4.0“ wie eine Zauberformel, mit der das Ende der stagnierenden Konjunkturentwicklung beschworen wird.  Weiterlesen im Editorial.

Außerhalb des Schwerpunkts zeichnet Christian Christen nach, wie sich der neoliberale Rentenkonsens in Deutschland entwickelt hat. Die „Reformen“ des Alterssicherungssystems der letzten 20 Jahre war Teil eines internationalen Transformationsprozesses. Kernstück ist die Umstellung auf kapitalgedeckte Modelle und die individuelle Vorsorge. Die Versprechen wurden nicht eingelöst und vielen Menschen droht die Altersarmut. Dennoch herrscht ein stabiler Rentenkonsens, obwohl eine grundlegende Revision überfällig ist – nicht zuletzt, um einen möglichen Zusammenbruch des Rentensystems in den nächsten Jahrzehnten abzuwenden.

Ewgeniy Kasakow führt unsere Reihe zur Russischen Revolution fort. In den linken Debatten gehöre die weitverbreitete Vorstellung, 1917 wären in Russland ArbeiterInnen und BäuerInnen im Begriff gewesen, ihre eigene Vorstellung von Sozialismus zu realisieren und lediglich die bolschewistische Bürokratie hätte sie daran gehindert. Die Räte gelten vielen Linken als eine Alternative zu den autoritären Bolschewiki. Nur selten werden jedoch solche Annahmen anhand Archivalien und neuen Studien überprüft. Eine kleine Korrektur: Bei der im Text zitierten Quelle Kondrašin (2009) handelt es sich um die Seite 123, nicht 95. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Als Gastredakteure haben Florian Butollo und Thomas Engel am Schwerpunkt dieses Heftes mitgewirkt. Die PROKLA-Redaktion dankt ihnen ganz herzlich für ihre Ideen und ihr Engagement.

Anfang Mai 2017 fand die Mitgliederversammlung der Vereinigung zur Kritik der politischen Ökonomie e.V. statt, der die PROKLA herausgibt und die Redaktion und den Redaktionsbeirat wählt. Die Redaktion wird durch Stefanie Graefe und Felix Syrovatka gestärkt – wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.

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