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Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft

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Archive for the 'Solty' Category

Editorial PROKLA 182

Posted by admin on 14th März 2016

Download summaries (engl.) & AutorInnen

Titel 2016-01Editorial: Religion, Politik und Ökonomie (März 2016)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Religion, Politik und Ökonomie (März 2016)
Stephan Lanz: Religiöser metropolitaner Mainstream. Zum gegenwärtigen Verhältnis zwischen Stadt, Religion und Neoliberalismus
Ingar Solty: Markt-Religion. Die Genealogie neoliberaler Religiosität in den USA.
Sascha Radl: Der Aufstieg von Ansar Allah im Jemen. Zwischen Kapitalismus, Patronage und Marginalisierung
Andreas Wiebel: Ein Elefant auf Abwegen. Indiens fundamentaler Politikwechsel unter Narendra Modi
Katharina Götsch: Irans Außenpolitik zwischen Religion und Macht
Andreas Arndt: Kapitalismus als Religion?
Außerhalb des Schwerpunkts
Sarah Bormann: Hardware – Hard Work. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle von NGOs am Beispiel von unternehmenszentrierten Kampagnen in der ITK-Industrie
Einsprüche
Peter Wahl: Was ist wirklich dran an der deutschen Führungsrolle in der EU?
Mario Candeias: Die verbindende Partei im Praxis-Test. Eine Diskussion mit Dario Azzelini (PROKLA 181/2015)

Huntington is back again! Vor mehr als zwei Jahrzehnten prägte Samuel Huntington – zunächst als Frage, dann als Behauptung – die Formel vom Clash of Civilizations, der dem Westen, nachdem ihm der Kommunismus der realsozialistischen Länder abhanden gekommen war, neue Feindbilder benannte. 1993 veröffentlichte er in der Zeitschrift Foreign Affairs den Aufsatz „The Clash of Civilizations?“ und 1996 folgte die Monographie Clash of Civilizations and the Remaking of World Order, die zu einem internationalen Bestseller wurde. In einer deutschen Kurzfassung des Aufsatzes führte Huntington seine zentralen Gedanken aus: „Meine These ist, daß die grundlegende Ursache von Konflikten in dieser neuen Welt nicht ideologischer oder wirtschaftlicher Natur sein wird. Der wichtigste Grund für die Konflikte wird kulturell bestimmt sein. Nationalstaaten werden zwar die mächtigsten Akteure auf dem Globus bleiben, die grundsätzlichen Auseinandersetzungen der Weltpolitik aber werden zwischen Nationen und Gruppierungen aus unterschiedlichen Kulturen auftreten. Der Zusammenprall der Zivilisationen (civilizations) wird die Weltpolitik beherrschen …“ Diese Kulturen definierten sich „sowohl durch gemeinsame objektive Elemente – wie Sprache, Geschichte, Religion, Gebräuche, Institutionen – wie durch das subjektive Selbstverständnis der Menschen, die in ihr leben.“ Die Anzahl der „großen“ Kulturen, die weitgehend mit geografischen Räumen gleichgesetzt wurden, bezifferte Huntington mit „sieben oder acht … die westliche, die konfuzianische, die japanische, die islamische, die hinduistische, die slawisch-orthodoxe, die lateinamerikanische und möglicherweise die afrikanische Kultur.“ Zum Zusammenprall dieser unterschiedlichen Kulturen müsse es „nach dem Ende der ideologischen Spaltung Europas“ kommen, denn nun tauche „die kulturelle Teilung Europas zwischen westlichem Christentum einerseits und orthodoxem Christentum und Islam andererseits wieder auf.“ Die „zentrale Achse der zukünftigen Weltpolitik“ würde Huntington zufolge „aller Wahrscheinlichkeit nach, um den Ausdruck eines Politikers aus Singapur, Kishore Mahbubani, aufzugreifen, der Konflikt zwischen den ‘Westen und dem Rest’, also die Antwort nichtwestlicher Kulturen auf Macht und Werte des Westens sein.“ (Alle Zitate aus Huntington 1993)

Diese Anrufung gemeinsamer westlicher Werte passte gut in eine Zeit, in der in vielen Ländern ein mehr oder weniger starker Abbau sozialstaatlicher Einrichtungen und wirtschaftspolitischer Regulierungen auf der Tagesordnung stand. Statt drastisch zunehmende wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten zu benennen, griffen maßgebliche PolitikerInnen und PublizistInnen zu dem rhetorischen Rettungsanker des ethnischen und religiösen „Wir“. Demnach ging es nicht um explodierende Manager-Boni oder die wachsende Konzentration von Vermögen bei den obersten fünf Prozent der Bevölkerung, denen immer mehr working poor und sonstige Arme gegenüberstanden, sondern um ganz andere Trennungslinien: um die „Fremden“ im eigenen Land, die sich angeblich allesamt in „Parallelgesellschaften“ abschotteten. Gern wurde, insbesondere in Deutschland, die Rede von einer traditionellen „christlich-jüdischen Wertegemeinschaft“ im Munde geführt und dabei ein bemerkenswert lückenhaftes Geschichtsverständnis offenbar, bei dem Jahrhunderte der antisemitischen Verfolgungen bis hin zum Holocaust einfach ausgeblendet wurden. So brachte etwa der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) 2010 die „christlich-jüdische Leitkultur“ gegen angebliche Islamisierung und kulturelle Überfremdung in Anschlag und goss damit Öl ins Feuer der seinerzeit anhaltenden Sarrazin-Debatte (siehe auch den Beitrag von Daniel Keil zu Pegida und zur Aktualisierung des Völkischen in PROKLA 180/2015). Weiterlesen im Editorial.

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Editorial PROKLA 163

Posted by Die Redaktion on 26th Juni 2011

Download summaries (engl.) & AutorInnen

Titel 2011-02Sparen und Herrschen (Juni 2011)

PROKLA-Redaktion: Editorial  
Sparen und Herrschen
 
Hans-Jürgen Bieling: Vom Krisenmanagement zur neuen Konsolidierungsagenda der EU  
Kai Eicker-Wolf, Klemens Himpele: Die Schuldenbremse als politisches Projekt  
Sabine Reiner: Gutes Leben und gute Arbeit weggespart  
Kai Marquardsen: Eigenverantwortung ohne Selbstbestimmung? Zum Verhältnis von „Autonomie“ und Heteronomie in der aktivierenden Arbeitsmarktpolitik  
Margit Mayer: Das neue Elend der US-Städte: eine avancierte Form des Klassenkampfs von oben  
Umbruch in der arabischen Welt
 
Sabah Alnasseri: Revolutionäre ernten die Früchte selten: Der 17. Bouazizi 2010  
Ingar Solty: Krieg gegen einen Integrationsunwilligen? Die politische Ökonomie des libyschen Bürgerkriegs und der westlichen Intervention im Kontext der Krise des globalen Kapitalismus  
Außerhalb der Schwerpunkte  
Heide Gerstenberger: Atalanta: Militär gegen Piraterie  


„Sparen und Herrschen“ war der Titel eines Aufsatzes von Josef Esser und Wolfgang Fach (1983), mit dem die Autoren auf die Krise des sozialdemokratischen Modells Deutschland und den Übergang zur konservativ-liberalen Regierung reagierten, also den Beginn der neoliberalen Wende, in deren Zentrum die Haushaltskonsolidierung, die Senkung der Staatsquote und die Senkung der Steuern stehen sollte. Instruktiv an den Überlegungen von Esser und Fach war, dass sie, anders als andere materialistische Autoren, nicht so sehr die politische Ökonomie des Steuerstaates in den Blick nahmen (vgl. dazu PROKLA 154 Mit Steuern steuern sowie die Texte von Michael Krätke in PROKLA 82 und PROKLA 65), sondern das Moment von Herrschaft. Ihre These war: „Sparen ist Herrschen“ (Esser/Fach 1983: 444). Mehr im Editorial (pdf/Volltext)

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Editorial PROKLA 153

Posted by Die Redaktion on 10th Dezember 2008

Titel 2008-04Die USA nach Bush (Dezember 2008)

Als „nationale Katharsis“ beschrieb die New York Times die amerikanischen Wahlen am Tag danach, als „Reinigung“ also von der Außen- und Wirtschaftspolitik eines selbst im historischen Vergleich äußerst unpopulären Präsidenten. Und in der Tat, wer im Fernsehen die Feiernden auf den Straßen von Chicago, Washington und Manhattan sah, konnte spüren, dass hier eine Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikaner den Albtraum der Bush-Jahre vertreiben wollte. Was aber löste diesen „kathartischen“ Wendepunkt aus?
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