PROKLA

Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft

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Archive for the 'Inhalt/Editorial' Category

Editorial PROKLA 178

Posted by Die Redaktion on 16th März 2015

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Titel 2015-01Editorial: Biokapitalismus (März 2015)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Biokapitalismus (März 2015)
Kean Birch und David Tyfield: Biowert, Biokapital – oder was sonst? Theoretische Überlegungen zur Bioökonomie
Susanne Lettow: Biokapitalismus und Inwertsetzung der Körper. Perspektiven der Kritik
Rüdiger Kunow: Zur Ökonomisierung des menschlichen Körpers im Zeichen von Globalisierung und Neoliberalismus
Eun-Jeung Lee: „Schönheit ist Macht“. Das Beispiel Lookism in Südkorea
Frederike Offizier: Die richtige Wahl. Biotechnologie, Selbstüberwachung & Identität
Veronika Siegl: Märkte der guten Hoffnung. Leihmutterschaft, Arbeit und körperliche Kommodifizierung in Russland
Außerhalb des Schwerpunkts
Serhat Karakayalı: Die Camera Obscura der Identität. Zur Reichweite des Critical-Whiteness-Ansatzes
Einsprüche
Klaus Müller: Warum die Ukraine gescheitert ist Oligarchische Konsolidierung und geopolitisches Hasardspiel
Alp Kayserilioğlu: Das Massaker von Paris

Die Diskussion über gesellschaftliche Naturverhältnisse hat vielfach das gesellschaftliche Verhältnis zur äußeren Natur thematisiert. Dabei geht es um die herrschaftliche Aneignung der Natur. Die Befürchtung, die bereits von Marx geäußert wurde, dass nämlich der Kapitalismus die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen und ihrer Gesellschaft untergräbt und zerstört, hat nichts von ihrer Bedeutung und Aktualität verloren. Wenn neuerdings nach einem Ausdruck von Paul Crutzen vom Anthropozän die Rede ist, dann ist damit das erdgeschichtliche Moment gemeint, in dem die Menschen eine alles Leben beeinflussende geologische Kraft geworden sind. Doch ist das keine Feststellung eines bloß positiven Sachverhalts. Vielmehr hat sich die schon von Marx beobachtete Tendenz, dass es keine von Menschen unberührte Natur mehr gibt, radikal fortgesetzt. Sie haben unter kapitalistischen Bedingungen in derart beschleunigter Weise die Erdkruste aufgewühlt und in die natürlichen Kreisläufe eingegriffen, dass es in vielerlei Hinsicht zu dramatischen Rückwirkungen auf das gesellschaftliche Leben kommt. Weiterlesen im Editorial.

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Editorial PROKLA 177

Posted by Die Redaktion on 23rd Dezember 2014

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Titel 2014-04Editorial: Globale Proteste zwischen Organisation und Bewegung (Dezember 2014)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Globale Proteste zwischen Organisation und Bewegung (Dezember 2014)
Henrik Lebuhn: Krise und Protest in den Städten. Occupy machte sich 2011 auf den Weg um die halbe Welt
Dario Azzellini: Ein Epochenbruch. Die neuen globalen Proteste zwischen Organisation und Bewegung
Torsten Bewernitz: Globale Krise – globale Streikwelle? Zwischen den ökonomischen und demokratisch-politischen Protesten herrscht keine zufällige Gleichzeitigkeit
Nikolai Huke und Olaf Tietje: Gewerkschaftliche Erneuerung in der Eurokrise. Neue Organisationsformen der spanischen Gewerkschaften während des Protestzyklus ab 2011
Felix Jaitner: Krise und Protest auf dem Balkan. Von sozialer Emanzipation bis National-Chauvinismus am Beispiel von Kroatien und Bosnien-Herzegowina
Sebastian Schipper: Ein kurzer Sommer des gesellschaftlichen Wandels? Die J14-Sozialproteste in Israel von 2011
Andrea Plöger: Die Proteste der Refugees. Eine Bewegung von den Rändern ins Zentrum Europas
Immanuel Wallerstein: Vergangenheit und Zukunft der Globalen Linken

Die seit 2011 weltweit entflammten Massenproteste überraschten WissenschaftlerInnen wie AktivistInnen gleichermaßen. Trotz der umfassenden sozialen Proteste gegen die Globalisierung in den 2000er Jahren und den Erfolgen dieser Bewegungen insbesondere in Lateinamerika, die Linke an die Regierung zu bringen und Demokratisierungsprozesse auszulösen, hätte vermutlich kaum jemand eine neue Welle sozialer und politischer Bewegungen derartigen Ausmaßes erwartet. Drei Jahre später besteht zwar Einigkeit darüber, dass wir es derzeit mit einer historisch besonderen Verdichtung von politischen und sozialen Widerständen und Unruhen zu tun haben. Unklar bleibt jedoch weiterhin, inwieweit es sich tatsächlich um eine globale Protestwelle im Sinne eines transnationalen Bewegungszyklus handelt und wie eng der Zusammenhang zwischen unterschiedlichen pro-demokratischen und kapitalismuskritischen Bewegungen in verschiedenen Ländern und Regionen wirklich ist. Auch die Frage nach den staatlichen Reaktionen und nach reaktionären Tendenzen in diesen Bewegungen ebenso wie nach Gegenbewegungen drängt sich auf. Denn die Proteste gaben gleichzeitig zweideutigen populistischen, rechten oder religiös-fundamentalistischen Kräften Auftrieb. Schließlich gilt es, nach dem Entstehen neuer Verhältnisse zwischen sozialen Bewegungen, linken Organisationen und Parteien sowie der Linken an der Regierung zu fragen. Weiterlesen im Editorial.

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Editorial PROKLA 176

Posted by Die Redaktion on 30th September 2014

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Titel 2014-03Editorial: Politische Ökonomie des Mülls (September 2014)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Politische Ökonomie des Mülls
Regina Hemetsberger: Abfallsammlung in Buenos Aires: städtische Informalität und Formalisierungspolitik
Nicolas Schlitz: Die Krise privatisierter ‘Entsorgbarkeit’ und die Neuverhandlung gesellschaftlicher Müllverhältnisse in Bangalore
Lars Bomhauer-Beins und Anke Strüver: Globaler Schrott: Raumproduktionen, Destruktionsketten und die sozioökonomischen Strukturen der pakistanischen Schiffsabwrack-Industrie
Achim Brunnengräber und Lutz Mez: Strahlende Hinterlassenschaften aus Produktion und Konsumtion. Zur Politischen Ökonomie des Atommülls
Fortsetzung des Schwerpunkts Klassentheorien
(PROKLA 175)
Christian Lotz: Klasse und Gewalt. Anmerkungen zum Verschwinden des Klassenbegriffs in Kritischer Theorie und Post-Marxismus
Jannis Milios und Georg Economakis: Mittelklassen, Klassenstellung und politische Klassenpositionen
Andreas Kemper: Klassismus: Theorie-Missverständnisse als Folge fehlender anti-klassistischer Selbstorganisation? Replik zu Christian Baron: Klasse und Klassismus, PROKLA 175
Außerhalb des Schwerpunkts
Martin Kronauer: Autonomie in der Krise
Josef Falkinger: Die realökonomischen Ursachen der Rezession

Der weltweit immer weiter wachsende Müll gilt als eine der großen sozialen und ökologischen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. In den Ozeanen treiben 100 Millionen Tonnen Plastikmüll herum, und lange Zeit waren die Weltmeere auch beliebte Lagerungsorte für Munitionsabfälle. In Großstädten wie Berlin gibt es täglich 3.800 Tonnen Abfall, und in Megacities des Südens wie etwa Shanghai, Rio de Janeiro oder Mexico City werden solche Zahlen noch weit übertroffen. Für große Mengen von Haushalts- wie von Gewerbeabfällen findet sich allerdings kein Platz in den Ländern, in denen sie entstanden sind, ebensowenig wie es bislang für Müll aus Atomkraftwerken zuverlässige Lösungen zum Endverbleib gibt. Aber auch die politische Ökonomie hat noch keinen rechten Platz für den Müll gefunden. Ihre Themen kreisen um Produktionskräfte und Produktionsverhältnisse, um Verteilung und Reproduktion, um Kreisläufe und Krisen sowie um die Dynamik der kapitalistischen Produktionsweise. Marx erwähnte die „Exkremente der Produktion“ im dritten Band des Kapitals gleichfalls eher beiläufig, indem er sie – der industriellen Praxis seiner Zeit entsprechend – als Rohstoffe für andere Zweige anführte (etwa Eisenspäne, die bei der Maschinenproduktion anfallen und wieder in die Eisenproduktion eingehen), während er die „Exkremente der Konsumtion“ als Dünger in der Landwirtschaft verwertet sah. Weiterlesen im Editorial

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Editorial PROKLA 175

Posted by Die Redaktion on 19th Juni 2014

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Titel 2014-02Editorial: Klassentheorien (Juni 2014)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Klassentheorien
Hans-Günter Thien: Klassentheorien – Die letzten 50 Jahre
Dorothea Schmidt: Mythen und Erfahrungen: die Einheit der deutschen Arbeiterklasse um 1900
Brigitte Aulenbacher, Maria Dammayr und Fabienne Décieux: Herrschaft, Arbeitsteilung, Ungleichheit – Das Beispiel der Sorgearbeit und des Sorgeregimes im Gegenwartskapitalismus
Christian Baron: Klasse und Klassismus. Eine kritische Bestandsaufnahme
Mathis Heinrich: Das transnationale Kapital und die Bearbeitung der Krise(n) der Europäischen Union
Peter Bescherer: Problemzonen eines linken Klassenprojekts
Steffen Liebig: Soziale Unruhen als nicht-normierte Konflikte. Das Beispiel der englischen Riots von 2011
Außerhalb des Schwerpunkts
Ulrich Brand: Kapitalistisches Wachstum und soziale Herrschaft. Motive, Argumente und Schwächen aktueller Wachstumskritik

Bereits vor 20 Jahren vermutete unser geschäftsführender Redakteur Michael Heinrich (1994), wahrscheinlich würden sich nur noch ältere Leser und Leserinnen daran erinnern, dass das Akronym im Titel der Zeitschrift einst für „Probleme des Klassenkampfs“ stand. Er fuhr fort, dass sich mit der Änderung des Titels im Jahr 1976 nicht nur der Name des Projekts PROKLA gewandelt habe, sondern auch auf die veränderten gesellschaftlichen Umstände reagiert wurde. Emanzipationsbestrebungen könnten „nicht mehr ausschließlich als ‘Klassenkampf’ und ‘sozialistische Politik’ aufgefasst werden“, dazu quer liegende Unterdrückungsformen wie Sexismus oder Rassismus, müssten ebenbürtig berücksichtigt werden, um einen „Beitrag zur Veränderung der Verhältnisse [auf der Höhe der Zeit] zu leisten“ (ebd .: 110). Weiterlesen im Editorial

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Editorial PROKLA 174

Posted by Die Redaktion on 17th März 2014

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Titel 2014-01Editorial: Materialistischer Feminismus (März 2014)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Materialistischer Feminismus
Katharina Volk: ‘Frauenfragen’ und ‘soziale Fragen’ – ein (un)überwindbarer Widerspruch? Eine Spurensuche in den Sozialutopien des 19. und 20. Jahrhunderts
Beatrice Müller: Wert-Abjektion als grundlegende Herrschaftsform des patriarchalen Kapitalismus – ‘Sorge(n)freie’ Gesellschaft als Resultat
Julia Dück: Krise und Geschlecht. Überlegungen zu einem feministisch-materialistischen Krisenverständnis
Encarnacion Gutiérrez Rodríguez: Haushaltsarbeit und affektive Arbeit: Über Feminisierung und Kolonialität von Arbeit
Sarah Hackfort: Für eine Feministische Politische Ökologie des Klimawandels – Überlegungen zu einer erweiterten Analyseperspektive auf Geschlecht und Anpassung
Pia Garske: What’s the „matter“? Der Materialitätsbegriff des „New Materialism“ und dessen Konsequenzen für feministisch-politische Handlungsfähigkeit
Außerhalb des Schwerpunkts
Nils Becker: Arbeitsregulation in der ambulanten Pflege. Handlungsfelder kollektiver Interessenvertretung

Seit einigen Jahren lässt sich beobachten, dass vielfach ein Kulturkampf um das Geschlecht stattfindet. Dieser betrifft unter anderem heterosexuelle Männer, gleichgeschlechtliche Paare und Transgender. Auch feministisch bewegte Frauen sind in besonderer Weise betroffen, denn sie haben seit den 1960er Jahren in der Zweiten Frauenbewegung gegen die sie betreffenden Praktiken der Herrschaft, also gegen die spezifischen Formen der vergeschlechtlichenden Unterwerfung und herrschaftlichen Erzeugung ihrer Subjektivität gekämpft, gegen die moralische, medizinische, staatliche Kontrolle ihres Körpers, den Sexismus oder die Ausbeutung in den Familien oder am Arbeitsplatz. Der Kulturkampf richtet sich in vielerlei Hinsicht gegen diese Emanzipation. Anders Breivik gab als einen der Gründe für sein Massaker unter norwegischen jungen Sozialist_innen an, dass seine Aktion auch eine gegen Feminismus und „Genderismus“ (1) gerichtete sein sollte. Frauen haben in Italien gegen ihre Entwürdigung demonstriert, dass sie von den Vertretern des Staates selbst zu Sexualobjekten erniedrigt werden, in Spanien kämpfen sie darum, dass eine vergleichsweise liberale Abtreibungsregelung von der konservativen Regierung nicht verschärft wird. In Polen lehnt der Klerus eine Entschädigung der Opfer der priesterlichen Missbrauchspraktiken mit der abstrusen Konstruktion ab, wonach eigentlich der Genderismus Ursache dafür gewesen sei, dass die Jugendlichen es den Priestern leicht gemacht hätten. In der Schweiz werden feministische und Gendertheorien von überregionalen Zeitungen und konservativen Politiker_innen als Irrlehren betrachtet. In diesem Zusammenhang stehen auch Auseinandersetzungen um die Frage der Sexualaufklärung von Jugendlichen in Deutschland und der Schweiz. Entgegen den Versuchen der Normalisierung, derzufolge die Frauen doch heute gleich gestellt seien, müssen Frauen erfahren, dass sie im Haushalt weiterhin mehr arbeiten, ihre Doppelbelastung höher ist und dass ihre Einkommen und Karrierechancen schlechter sind als die von Männern. Weiterhin werden viele Frauen, aber vor allem auch junge Mädchen, im privaten und öffentlichen Raum mit Belästigung, Abwertung bis hin zu sexualisierter Gewalt konfrontiert.

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Editorial PROKLA 173

Posted by Die Redaktion on 15th Januar 2014

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Titel 2013-04Editorial: Familie und Staat (Dezember 2013)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Familie und Staat
Urs Müller-Plantenberg: Nachruf für Thomas Hurtienne
Katharina Hajek: Familienduell. Von der politischen Regulierung und den Kämpfen um Familie
Susanne Schultz: Familienpolitik und die „demografische Chance“. Zur postkatastrophistischen Phase einer neuen deutschen Bevölkerungspolitik
Audrey Podann: Der Lohn ist die Arbeit. Die In-Wert-Setzung weiblichen Arbeitsvermögens als emanzipatorisches Dilemma
Tomke König: Familien-Ideale. Regulierungen einer privaten Lebensform
Anna Jüschke und Katharina Schoenes: Zwei Zahnbürsten, ein Reiskocher und romantische Liebe – Konstruktion und Verfolgung aufenthaltsrechtlicher Scheinehen in der Bundesrepublik
Volker Woltersdorff: „Wandel, Persistenz, Paradoxie“. Normalisierung und Prekarisierung von Sexualität
und Geschlecht im Neoliberalismus
Heinz-Jürgen Voß: Homo-Ehe oder Solidaritätsvertrag?
Außerhalb des Schwerpunkts
Errol Babacan: Der Juni-Aufstand in der Türkei

„Wer sich in Familie begibt, kommt darin um“ – diese bittere Diagnose des Wiener Schriftstellers Heimito von Doderer, der seit den 1950er Jahren mit Romanen wie Die Strudlhofstiege oder Die Dämonen bekannt wurde, hätte die Mehrzahl seiner bürgerlichen Leser/innen wohl kaum geteilt, galt doch nicht nur ihnen, sondern sämtlichen gesellschaftlichen Schichten die Familie als einzig erstrebenswerte Lebensform. Zwar warfen auch andere Schriftsteller wie Arthur Schnitzler oder Thomas Mann einen Blick in die seelischen Abgründe, die sich in Familien auftun konnten, und schilderten beredt die möglichen psychischen Beschädigungen, die vor allem Frauen und Kinder, aber keineswegs nur sie, trafen. Auch Sozialwissenschaftler wie Max Horkheimer oder Erich Fromm stellten bereits 1936 in den Studien über Autorität und Familie kritische Überlegungen zur Entstehung autoritärer Persönlichkeiten an. Die patriarchale Kleinfamilie, in der sämtliche Mitglieder in ihrer Abhängigkeit von dem männlichen Ernährer standen, wurde als eine der tieferen Ursachen dafür gesehen, dass Kinder heranwuchsen, die unselbständig blieben, von Minderwertigkeitsgefühlen geplagt waren und sich bereitwillig unterordneten.

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Editorial PROKLA 172

Posted by Die Redaktion on 2nd Oktober 2013

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Titel 2013-03Editorial: Gesellschaftstheorie III: Kontroversen (September 2013)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Gesellschaftstheorie III: Kontroversen
Alex Demirović: Kritische Gesellschaftstheorie: Analyse der Kräfteverhältnisse oder Zeitdiagnose – mit einem Seitenblick auf die Beiträge von Slavoj Žižek
Etienne Schneider: Gesellschaftliche Totalität und die Pluralität gesellschaftlicher Widersprüche
Dorothea Schmidt: Fordismus: Glanz und Elend eines
Produktionsmodells
Stefan Beck und Christoph Scherrer: Die Finanzialisierungslücke der Varieties of Capitalism
Peter Streckeisen: Praxis und Form. Ökonomiekritik mit Marx und Bourdieu
Hanno Pahl: Aufstieg und Niedergang einer
wirtschaftswissenschaftlichen Wahrheit. Reinharts und Rogoffs Artikel Growth in a Time of Debt
Außerhalb des Schwerpunkts
Urs Müller-Plantenberg: Der andere 11. September und die Folgen: 40 Jahre nach dem Putsch in Chile
Herbert Panzer: Regimedominierte Zahlenakkumulation –
vom Umgang mit ökonomischen Kategorien und ihren Größen
Thomas Sablowski: Das finanzdominierte Akkumulationsregime: Replik zu den Kritiken von Herbert Panzer und Joachim Becker

Wenn sie nicht gerade zu denjenigen gehören, die Richard Wagner als umstürzenden Neuerer der klassischen Musiktraditionen schätzen, so dürfte der 200. Geburtstag des Meisters die Mehrzahl der PROKLALeser/innen eher kalt lassen. Sie verbinden damit vermutlich am ehesten Bilder der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Elite der Bundesrepublik, die im August nach Bayreuth wallt, um sich dort den Klängen der Tetralogie Der Ring des Nibelungen hinzugeben, vielleicht aber auch nur, um in der Öffentlichkeit den Eindruck der Kulturbeflissenheit zu erwecken, und in den Pausen an Stehtischen teuren Sekt zu trinken.

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Editorial PROKLA 171

Posted by Die Redaktion on 2nd Juli 2013

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Titel 2013-02Demokratie und Herrschaft, Parlamentarismus und Parteien (Juni 2013)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Demokratie und Herrschaft, Parlamentarismus und Parteien
Bernd Röttger: In Memoriam Gilbert Ziebura (1924 – 2013). Zur Aktualität einer Analyse struktureller Bestimmungsfaktoren politischerHandlungskorridore
Alex Demirović: Multiple Krise, autoritäre Demokratie und radikaldemokratische Erneuerung
Anne Steckner: Marxistische Parteiendebatte revisited. Zur Verortung politischer Parteien in der Bürgerlichen Gesellschaft
Anne-Kathrin Krug, Jakob Graf: Zur Aktualität der Organisationstheorie von Luxemburg und Gramsci. Zwischen emanzipatorischer Theoriebildung und ahistorischer Bezugnahme
Alexander Neupert: Parteilichkeit und Aufklärung. Zur Kritik der Mosaik-Linken
Holger Oppenhäuser: Demokratische Querfronten? Der neue Rechtspopulismus und die Ambivalenzen der direkten Demokratie
Thomas Wagner: Bürgerprotest in der Mitmachfalle. Wie aus Partizipation eine Herrschaftsmethode gemacht wird
Einspruch
Alex Demirović: Keine Zeit mehr. Das Ende des sozialdemokratischen Projekts
Außerhalb des Schwerpunkts
Jannis Milios, Dimitris Sotiropoulos: Eurozone: die Krise als Chance für die kapitalistische Offensive
Albert Scherr: Offene Grenzen? Migrationsregime und die Schwierigkeiten einer Kritik des Nationalismus

Die große Krise hat erneut vor Augen geführt, wie prekär die Einrichtungen der parlamentarischen Demokratie angesichts einer mächtigen, global wirksamen kapitalistischen Dynamik sind. Sie selbst ist in der Krise. Regierungen werden auf Druck der EU und der Troika abgesetzt und durch Expertenregierungen ersetzt. Dem bundesdeutschen Parlament, das ohnehin viele Maßnahmen zur Bewältigung der Krise nur abnicken durfte, wurde von Bundeskanzlerin Merkel bescheinigt, dass es sich marktkonform zu verhalten habe. Die Krise hat nicht zu einer völligen Außerkraftsetzung der parlamentarischen Verfahren geführt, aber sie stark relativiert. Das gilt auf ganze andere Weise auch für den Prozess der europäischen Integration. Sie schwächt die Bedeutung der nationalstaatlichen demokratischen Institutionen, hat aber bislang kaum nennenswerten Ersatz dafür geboten. So stellt sich der Eindruck ein, dass eine Allianz von nationalen und europäischen Bürokraten in engem Kontakt mit den Unternehmensverbänden das Schicksal der EU bestimmt.

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Editorial PROKLA 170

Posted by Die Redaktion on 27th März 2013

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Titel 2013-01Soziale Kämpfe in Afrika (März 2013)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Soziale Kämpfe in Afrika
Bettina Engels: Hungeraufstände und Kämpfe gegen hohe Preise
Louisa Prause: Mit Rap zur Revolte: Die Bewegung Y’en a marre
Claus-Dieter König: Woher der Wind weht in Westafrika
Baba Aye: Das Januarerwachen in Nigeria
Michael Watts: Imperiales Öl und vergessene Verbrechen: Grenzgebiete der Enteignung im Niger-Delta.
Thomas Greven: Tuareg-Rebellion, Islamismus und Staatskrise in Mali.
Carmen Ludwig: Die sozialen Kämpfe in Südafrika verbinden? Gewerkschaften und soziale Bewegungen im Bündnis gegen prekäre Beschäftigung und die Kommodifizierung öffentlicher Güter
Nigel C. Gibson: Was ist mit dem versprochenen Land passiert? Post-Apartheid Südafrika aus der Perspektive Frantz Fanons
Außerhalb des Schwerpunkts
Dieter Boris: Neue Tendenzen in den Sozialstrukturen Lateinamerikas
Thomas Matys: „Kämpfe“ um die legal person. Wie Unternehmen von ihrem Personencharakter profitieren

Seit zwei Jahren erfahren wir über soziale Kämpfe auf dem afrikanischen Kontinent so viel wie seit den Unabhängigkeitsbewegungen nicht mehr: Mit dem „Arabischen Frühling“ sind politische Massenproteste im Maghreb und Maschrek in Europa zum prominenten Thema in Politik, Medien und Sozialwissenschaft avanciert. Zugleich fanden auch südlich der Sahara weitreichende Proteste statt, die von internationalen Debatten jedoch meist unbeachtet blieben. Streiks, Aufstände und andere Aktionen gab es in Benin, Botswana, Burkina Faso, der Côte d’Ivoire, Gabun, Kamerun, Kenia, Madagaskar, Malawi, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Nigeria, Senegal, Simbabwe, Südafrika, Swaziland, Uganda und West-Sahara. Als das „Afrikanische Erwachen“ bezeichnet Firoze Manji, Herausgeber eines jüngst erschienenen gleichnamigen Sammelbands und des Nachrichtenportals Pambazuka News, die Proteste, die sich über den gesamten afrikanischen Kontinent erstrecken. (Firoze Manji (Hrsg.): African awakening: the emerging revolutions, Cape Town: Pambazuka, 2012)  Einige stellen wir in diesem Heft exemplarisch vor. Read the rest of this entry »

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Editorial PROKLA 169

Posted by Die Redaktion on 30th Dezember 2012

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Titel 2012-04Finanzierung, Konzentration, veränderte Unternehmensformen (Dezember 2012)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Finanzialisierung, Konzentration, veränderte Unternehmensformen
Claude Serfati: Die finanz- und rentengetriebene Logik der multinationalen Unternehmen
Julian Müller: Das Verhältnis von Industrie und Finanzsektor unter der Finanzialisierung
Jürgen Kädtler: Industrieller Kapitalismus und Finanzmarktrationalität – am Beispiel des Umbruchs in der (traditionellen) deutschen Großchemie
Barbara Brandl: Industrialisierung und Konzentration. Die Analyse eines Zusammenhangs am Beispiel des Saatgutmarktes
Christian Zeller: Oligopolistische Rivalität im Pharma-Biotech-Komplex. Konzentration des Kapitals und die Suche nach Rentenerträgen
Sarah Nagel: Staatskapitalismus goes global
Außerhalb des Schwerpunkts
Horst Heitmann: Weltpolizist Obama. Anmerkungen zur US-amerikanischen Außenpolitik
Loïc Wacquant: Der neoliberale Leviathan. Eine historische Anthropologie des gegenwärtigen Gesellschaftsregimes

Im Jahre 1998 gab bereits einmal ein PROKLA-Heft zu Konzentration (PROKLA 113: Konzentration, Internationalisierung, Vernetzung). Damals stand die Fusion der Konzerne Daimler und Chrysler an, die Daimler-Chef Jürgen Schrempp euphorisch als „Hochzeit, die im Himmel geschlossen wird“ bezeichnete. Neun Jahre später resümierte die Süddeutsche Zeitung, es habe sich wohl eher um eine „Hochzeit des Grauens“ gehandelt. Die Großmachtphantasie Schrempps hat den Konzern ca. 40 Mrd. Euro gekostet. Das PROKLA-Heft von 1998 widmete sich jedoch nicht in erster Linie einzelnen megamergers, sondern der historischen wie der aktuellen Entwicklung der Konzentrationsprozesse. Industrielle Restrukturierung folgte, so war zu dieser Zeit zu diagnostizieren, häufig der Leitlinie der Konzentration auf die „Kernkompetenzen“, was damit verbunden war, dass etwa in der Chemie- und Pharmaindustrie oder in der Computerindustrie nationale oder globale Netzwerke aufgebaut wurden, innerhalb derer die großen Konzerne zentrale Machtpositionen bei der Organisation von Forschung und Entwicklung wie bei der Produktion einnahmen.

Anders als vielfach prophezeit wurde, hat sich inzwischen noch deutlicher als Mitte der 1990er Jahre gezeigt, dass es keinen linearen Trend einer ständig zunehmenden „Monopolisierung“ gibt, sondern eine Vielzahl von widersprüchlichen Erscheinungen. Wie bereits die historische Analyse von Leslie Hannah in PROKLA 113 zeigte, heißt für ein Unternehmen „einmal groß“ keineswegs: „für immer groß“. Read the rest of this entry »

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