David Harvey und das Projekt einer materialistischen Stadttheorie

  • Roger Keil
Schlagworte: Harvey, Staatstheorie, Materialismus, Akkumulation, Postmodernismus

Abstract

David Harvey gehört seit fast zwei Jahrzehnten zu den einflußreichsten Theoretikern der »Neuen Stadtforschung«*. Bekannt geworden als Autor eines Lehrbuchs der positivistischen Geographie (Harvey, 1969), wurde er zum enfant terrible dieser traditionalistischen Disziplin, als er in Social Justice and the City (1973 erstmals einen marxistischen Ansatz wählte (cf.Badcock; 1984). Dieses Buch ist dann auch in der Folge wegen seiner explosiven Wirkung innerhalb der Geographie oft als sein wichtigstes angesehen worden. Verglichen mit späteren Schriften Harveys war Social Justice and the City eine zögerliche Annäherung an eine materialistische Position in der Geographie. Seine Entwicklung von einer liberal-humanistischen zu einer marxistischen Perspektive, die er noch als mögliche Varianten einer Lösung der sozialen Frage im räumlichen System der Stadt nebeneinander stehen läßt, organisiert die Struktur des Buches. Harveys Positionen ähnelten denen des französischen Marxisten Lefebvre, hoben sich jedoch von der strukturalistisch-althusserianischen Vorgehensweise Manuel Castells' ab, der in den 70er Jahren die Standards in der marxistischen Stadttheorie setzte.

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Veröffentlicht
1987-12-01
Zitationsvorschlag
Keil, R. (1987). David Harvey und das Projekt einer materialistischen Stadttheorie. PROKLA. Zeitschrift für Kritische Sozialwissenschaft, 17(69), 132-147. https://doi.org/10.32387/prokla.v17i69.1316
Rubrik
Artikel des Heftschwerpunkts