In Memoriam Gilbert Ziebura (1924 – 2013)

Zur Aktualität einer Analyse struktureller Bestimmungsfaktoren politischer Handlungskorridore

  • Bernd Röttger
Schlagworte: Nachruf

Abstract

"Gilbert Ziebura ist am 21. Februar 2013 gestorben. Einige von uns hat er während seiner Tätigkeit an der FU Berlin (1964-1974), der Universität Konstanz (1974- 1978) und schließlich der TU Braunschweig (1978-1992) nachhaltig geprägt. Legendär sind seine Vorlesungen, die das Zusammenwirken von (welt-)ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen den Studierenden bildlich werden ließen.1 Ohne mit oberlehrerbehaftetem Habitus an der Begründung einer eigenen ‘Schule’ interessiert zu sein, haben sich an allen Orten seines Wirkens „Zieburisten“ herausgebildet. Ob diese Titulierung seiner ‘Schüler’ als Anerkennung oder als Schimpfwort gemeint war, habe ich bis heute nicht verstanden. Gilbert verwendete solche Termini kaum. „Oberlehrerhymnen“ brachten ihn eher – wie es in F.J. Degenhardts „Adieu Kumpanen“ heißt – „zum Kotzen“. Viele seiner ‘Schüler’ haben sich im Laufe der Zeit von ihm emanzipiert, eigene Positionen entwickelt – ich natürlich auch. Er hatte Respekt davor, arbeitete sogar darauf hin, über ihn hinauszudenken. Er akzeptierte uns, wie wir waren – mit unseren Fehlern, Unzulänglichkeiten, Unkenntnissen, die er wohl immer wieder wahrnehmen musste. Für viele von uns wurde er genau deshalb zu einem sehr guten Freund..."

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Veröffentlicht
2013-06-01
Zitationsvorschlag
Röttger, B. (2013). In Memoriam Gilbert Ziebura (1924 – 2013). PROKLA. Zeitschrift für Kritische Sozialwissenschaft, 43(171), 183 -. https://doi.org/10.32387/prokla.v43i171.265