Mobilisierungspraxen der extremen Rechten am Beispiel von Casa Pound Italia

Casa Pound – ein „gemeinsames Haus“ für Europas Neofaschisten?

  • Phillip Becher Universität Siegen
Schlagworte: Europa, Neofaschismus, Casa Pound, Italien, Extreme Rechte, Wohnungsfrage, Nationalismus, Rechtspopulismus

Abstract

Italiens jüngste Inkarnation des Neofaschismus, die politische Bewegung und Partei Casa Pound Italia (gegründet 2003), wird oft als „rechte soziale Bewegung“ wahrgenommen. Casa Pounds Herangehensweise an soziale Fragen, allen voran die Wohnungsfrage, hat das Interesse gleichgesinnter Gruppen in Europa geweckt und zu Verwirrung unter antifaschistischen politischen Kräften sowie wissenschaftlichen und journalistischen Zuschauern geführt, von denen einige die Demagogie der Gruppe für bare Münze nehmen. Mit einer Methode der Ideologiekritik versucht der Artikel zu zeigen, dass die selbsternannten „Faschisten des dritten Jahrtausends“ eigentlich keine soziale Bewegung darstellen, sondern lediglich eine modernisierte Organisationsform faschistischer Provenienz, die diejenigen der politisch und wirtschaftlich Beherrschten zu sammeln sucht, die nicht mehr mit „konventionellen“ Methoden in das gesellschaftspolitische System integriert werden können, um sie als potenzielle Massenbasis gegen demokratische und soziale Kräfte und für den angestrebten Übergang zur diktatorischen Herrschaft zu vereinen.

Autor/innen-Biografie

Phillip Becher, Universität Siegen

Phillip Becher ist Sozialwissenschaftler und arbeitet an der Universität Siegen

Veröffentlicht
2018-09-18
Zitationsvorschlag
Becher, P. (2018) Mobilisierungspraxen der extremen Rechten am Beispiel von Casa Pound Italia, PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft, 48(192), S. 459 -. doi: 10.32387/prokla.v48i192.911.