Über direkte Gewalt in kapitalistischen Arbeitsverhältnissen – und über Geschichtsphilosophie

Zur analytischen Konzeption von Gewalt im Kapitalismus

  • Heide Gerstenberger Universität Bremen
Schlagworte: Kapitalismus, Geschichtsphilosophie, Karl Marx, Gewalt, Sogenannte ursprüngliche Akkumulation, Kolonialismus, Arbeitsverhältnisse, Ausbeutung, Sklaverei, außerökonomische Gewalt

Abstract

Laut Marx ist Gewalt in den Grundstrukturen des Kapitalismus verankert. Einmal durch die sogenannte ursprüngliche Akkumulationen etabliert, funktioniert ihre Reproduktion ohne weiteren Rückgriff auf direkte Gewalt. Während in den großstädtischen kapitalistischen Gesellschaften die Kämpfe der organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen sowie der Staat die Praktiken der direkten Gewalt reduziert haben, blieb sie am Rande dieser Gesellschaften sowie in den Kolonien präsent. Aber seit der Globalisierung des Kapitalismus müssen die Praktiken der direkten Gewalt als Elemente seines normalen Funktionierens anerkannt werden. Marx hat zwar zu Recht darauf hingewiesen, dass die Reproduktion des Kapitalismus nicht auf der Praxis der direkten Gewalt beruht. Aber diese historische Möglichkeit ist nicht mit der tatsächlichen Entwicklung des Kapitalismus zu verwechseln. Die Geschichte des Kapitalismus negiert die marxistische Geschichtsphilosophie.

Autor/innen-Biografie

Heide Gerstenberger, Universität Bremen

Heide Gerstenberger lehrte als Professorin für „Theorie des bürgerlichen Staates und der Gesellschaft“ an der Universität Bremen

Veröffentlicht
2018-09-18
Zitationsvorschlag
Gerstenberger, H. (2018) Über direkte Gewalt in kapitalistischen Arbeitsverhältnissen – und über Geschichtsphilosophie, PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft, 48(192), S. 489 -. doi: 10.32387/prokla.v48i192.919.
Rubrik
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