Es fällt schwer, nach den Ereignissen der letzten Wochen (zur Zeit der Drucklegung der PROKLA) eine Zeitschrift erscheinen zu lassen, ohne daß eine Stellungnahme zum politischen Terrorismus und zur Sprachlosigkeit der Linken gegenüber der damit ausgelösten Offensive von rechts in der Bundesrepublik darin enthalten wäre. Der Redaktionskonferenz der PROKLA lagen zur Schlußkonferenz kurz nach ,Abschluß der Geiseldramen' und der ,Vorgänge' in Stammheim mehrere Diskussionsbeiträge vor, die kurzfristig verfaßt wurden und die sich kritisch sowohl mit dem Terrorismus als auch mit der veränderten Stellung der Linken in der Bundesrepublik ,nach Schleyer' befaßten. Es erschien uns allerdings nicht sinnvoll, lediglich diese kurzfristigen Einschätzungen erscheinen zu lassen, zumal diese Artikel zu einem Zeitpunkt erschienen
wären, zu dem politische Einschätzungen dieser Art längst überholt gewesen wären. Zum anderen erscheint es uns auch gerade nach der von der Herausgabe des ,BubackNachrufes' ausgelösten öffentlichen Diskussion notwendig, diese Diskussionsbeiträge zunächst gründlich intern zu diskutieren und ihren Stellenwert in der veränderten öffentlichen Diskussion in der Bundesrepublik zu reflektieren. Wir meinen, daß sich angesichts der massiven Mobilisierung breiter Massen gegen die Linke anhand des Terrorismus-Problems die Veröffentlichung von Beiträgen zum Terrorismus -- auch wenn sie auf die innerlinke Diskussion zielen - nicht allein in nahezu liberaler Naivität mit dem Pochen auf das allgemeine Recht zur Veröffentlichung begründen darf, sondern daß in diesen Beiträgen auch eine politische Perspektive der Veröffentlichung im aktuellen Spektrum mit enthalten sein müßte. Entgegen unserer Heftplanung wird daher das nächste Heft einen Diskussionsschwerpunkt zum politischen Terrorismus in der Bundesrepublik enthalten. Darin sollten also nicht nur die bereits in aktuellen Beiträgen in politischen Zeitschriften zuhauf erfolgten Stellungnahmen zum Terrorismus wiederholt, sondern eine Analyse der Ursachen und Konsequenzen des Terrorismus gegeben werden - und die braucht schon etwas Zeit.

Veröffentlicht: 1977-12-01