Die Attentate vom 11. September und die darauf folgenden Reaktionen, nicht nur der von George Bush junior ausgerufene „langanhaltende Krieg gegen den Terror“, dem sich die Bundesrepublik inzwischen auch militärisch angeschlossen hat, sondern auch die verschiedenen „Sicherheitsgesetze“, die vor zukünftigen Anschlägen schützen sollen, waren der Anlass für dieses kurzfristig konzipierte Heft Globalisierung des Terrors. Der Titel ist bewusst mehrdeutig gehalten. „Terroranschläge“ sind global geworden: Selbstmordattentate, mit dem Ziel möglichst viele Menschen zu töten, finden nicht mehr nur in Israel oder Sri Lanka statt, sondern auch in den als bislang weitgehend sicher geltenden Zentren des Westens, in New York und Washington. „Terror“ auf einem globalen Niveau bringen aber auch die Reaktionen auf die Anschläge hervor: die Bomben, die auf Afghanistan niedergegangen sind und dort „Kollateralschäden“ an der Zivilbevölkerung hervorgerufen haben, wurden von den betroffenen Menschen wohl kaum weniger schrecklich erfahren als von den Bürgern New Yorks die Flugzeuge, die das World Trade Center zerstörten. Und schließlich – auch dies sollte der Titel andeuten – lassen sich Attentate, wie die von New York und Washington, nicht einfach von den gegenwärtig stattfindenden Globalisierungsprozessen trennen und einem unbestimmten Außen zuordnen, wie es die Rede vom „Bösen“ (Bush) oder vom Angriff „auf die gesamte zivilisierte Welt“ (Schröder) suggeriert.

Veröffentlicht: 2001-12-01