PROKLA

Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft

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Editorial PROKLA 167

Posted by Die Redaktion on 28th Juni 2012

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Titel 2012-02Perspektiven der Gesellschaftskritik heute (Juni 2012)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Perspektiven der Gesellschaftskritik heute
Silke van Dyk: Poststrukturalismus. Gesellschaft. Kritik. Über Potenziale, Probleme und Perspektiven
Hanno Pahl: Genealogisch-poststrukturalistische Ökonomiekritik und Kritik der politischen Ökonomie. Eine Aufforderung zum Tanz
Barbara Umrath: Jenseits von Vereinnahmung und eindimensionalem Feminismus. Perspektiven feministischer Gesellschaftskritik heute
Robin Mohan, Daniel Keil: Gesellschaftskritik ohne Gegenstand. Axel Honneths Anerkennungstheorie aus materialistischer Perspektive
Harald Wolf: Gesellschaftskritik und imaginäre Institution. Zur Aktualität von Cornelius Castoriadis
Daniel Loick: Universität und Polizei. Jacques Rancière über intellektuelle Emanzipation
Thomas Seibert: Humanismus nach dem Tod des Menschen. Flucht und Rückkehr des subjektiven Faktors der Geschichte
Außerhalb des Schwerpunkts
Anne Steckner: Neoliberal-Islamische Synthese in der Türkei: Der Herrschaftsmodus der AKP

Das Verhältnis von Kapitalismus und Kritik ist ein politischer wie gesellschafts-theoretischer Dauerbrenner mit konjunkturellen Schwankungen, und es ist unbestreitbar, dass wir im Nachgang der Finanzmarktkrise im Herbst 2008 und der sich anschließenden Folgekrisen eine Kritik-Renaissance ungeahnten Ausmaßes und mit zum Teil wahrhaft erstaunlichen ProtagonistInnen erleben. Große Teile des eher kritikunverdächtigen Feuilletons verschrieben sich plötzlich (und mit kurzer Halbwertszeit) mit radikaler Rhetorik der Kritik des Kapitalismus: So war in der liberalen ZEIT (27.7.2009; zuerst: Handelsblatt, 13.7.2009) zu lesen: „Der Kapitalismus ist genauso gescheitert wie der Sozialismus. Diese Krise ist das Symptom eines fundamentalen Wandels, es sind die Geburtswehen für eine neue Welt. So etwas hat in der Geschichte möglicherweise noch nie stattgefunden.“ Die Frankfurter Allgemeine Zeitung rief Kapitalismuskritik als neues heißes Thema aus und auch wenn die Titelüberschrift „We are all socialists now“ des Magazins Newsweek (6.2.2009) ironisch grundiert ist, trifft sie doch den Geist insbesondere der ersten Monate nach der Insolvenz von Lehman Brothers. Systemkritik war plötzlich en vogue. Ginge es tatsächlich nur um eine feuilletonistische Kritikblase, wäre das zwar nicht uninteressant, aber doch nicht von nachhaltiger Bedeutung. Tatsächlich aber wurde das Jahr 2011 mit dem Arabischen Frühling, den heftigen, andauernden Protesten in Griechenland, der spanischen Bewegung des 15. Mai, den Sozialprotesten in Israel (vgl. dazu PROKLA 166) sowie der Entstehung und Ausbreitung der Occupy-Bewegung zum Jahr der globalen Proteste. The protester avancierte gar zur vom Time Magazine gekürten Person des Jahres. Die mediale und politische Begeisterung für die Occupy-Bewegung reichte so weit in den Mainstream hinein, dass die Abwehr falscher Freunde schnell zur zentralen Übung der jungen Bewegung wurde. Mehr im Editorial (pdf/Volltext)

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Editorial PROKLA 165

Posted by Die Redaktion on 20th Dezember 2011

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Titel 2011-04Gesellschaftstheorie im Anschluss an Marx (Dezember 2011)

PROKLA-Redaktion: Editorial  
Gesellschaftstheorie im Anschluss an Marx
 
Alex Demirović: Kritische Gesellschaftstheorie und die Vielfalt derEmanzipationsperspektiven  
Hanna Meißner: Totalität und Vielfalt – gesellschaftliche Wirklichkeit als multidimensionaler Zusammenhang  
Sebastian Bandelin: Wer sieht das, was wir nicht sehen? Überlegungen zum Subjekt der Ideologiekritik  
Bob Jessop: Der ökonomische Determinismus – neu betrachtet
Andreas Fisahn: Paschukanis versus Bloch –
Sozialutopie und Rechtsform
 
Thomas Gehrig: Der entropische Marx. Eine Bitte an den Marxismus, die Entropie-Kirche im thermodynamischen Dorf zu lassen
 
Bernd Röttger: Das Landnahmetheorem: eine kritische Würdigung  
   
Außerhalb des Schwerpunkts  
Tom Strohschneider: Die Linkspartei in der Krise  

Marx in den Zusammenhang der Gesellschaftstheorie zu stellen, ist heute nicht selbstverständlich. Nicht selten wird Marx im wesentlichen als das wahrgenommen, was er eigentlich gar nicht sein wollte, ein Theoretiker, der als Kritiker der bürgerlichen Ökonomie den Kapitalismus kritisierte – Kapitalismus ganz eng verstanden als Wirtschaftssystem. Entsprechend eng fällt dann der Bezug auf das Marx’sche Werk aus. Es werden einige Grundbegriffe seiner Kritik der politischen Ökonomie genutzt: der Wert, der sich selbst verwertet und sich systemisch gegen alle Verhältnisse durchsetzt, was dahingehend zugespitzt wird, dass mit dem Kapitalismus eine Dynamik vorherrscht, in welcher der abstrakte Reichtum um seiner selbst willen produziert wird. In dieser Perspektive scheint es dann so, als sei die Marx’sche Theorie kaum über die Vorbehalte des von Marx so sehr geschätzten Aristoteles hinausgekommen, dass eine Produktion, der es nur um die Vermehrung des Geldes gehe, allmählich zu Grunde gehen müsse, weil sich Geld nun mal nicht essen lasse und überdies die Moral der Menschen verderbe. Auch erscheint die Marx’sche Theorie nur als eine weitere Spielart jener Klage, derzufolge alle gesellschaftlichen Verhältnisse dem Markt unterworfen und ökonomisiert würden – so als ob sich die Ökonomie völlig aus der Gesellschaft entbettet und sich von jeder Politik befreit hätte. Es wird die Kritik der Entfremdung reformuliert: dass das, was die Menschen erzeugen, sich zu einer Gewalt über sie erhebt. Gefordert werden dann die Zivilisierung der Märkte und die Wiederherstellung des Vorrangs der Politik, also letztlich eine bessere staatliche Sorge für seine Bürger und Bürgerinnen. Aber gerade Marx war derjenige, der gezeigt hat, dass in kapitalistischen Gesellschaften die Politik den von der Ökonomie ausgehenden Zwängen unterliegt. Aber mehr noch: die Politik ist selbst ein Bestandteil der kapitalistischen Produktionsweise; dass sie die Kapitalverwertung sichert und ausgestaltet, ist keine bedauerliche Abweichung sondern Normalität. Mehr im Editorial (pdf/Volltext)

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Editorial PROKLA 160

Posted by Die Redaktion on 12th Oktober 2010

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Titel 2010-03Kulturkämpfe (September 2010)

PROKLA-Redaktion: Editorial
David Salomon: Elemente neuer Bürgerlichkeit. Bourgeois und Citoyen in der postdemokratischen Elitenherrschaft
Jasmin Siri: Die Halbierung der Bürgerlichkeit. Zur Form „neo-bürgerlicher“ Diskurse in der massenmedialen Öffentlichkeit
Susanne Draheim, Alexandra Krause, Tilman Reitz: Von Chancen und Statuskämpfen. Klassenverhältnisse in der Erziehungsgesellschaft
Magdalena Freudenschuß: Prekäre (Kultur-)Kämpfe? Die Verhandlung gesellschaftlicher Verhältnisse im Diskurs zu Prekarisierung
Beat Weber: Finanzbildungsbürgertum und die Finanzialisierung des Alltags
Martin Seeliger, Katharina Knüttel: „Ihr habt alle reiche Eltern, also sagt nicht, ‚Deutschland hat kein Ghetto!‘“
Einsprüche
Matthias Schnath: Hartz IV – Armut anerkannt, gefördert und gefordert
Außerhalb des Schwerpunkts
Paul Burkett, John Bellamy Foster: Stoffwechsel, Energie und Entropie in Marx‘ Kritik der politischen Ökonomie (Teil 2)
Sonja Mangold: Arbeitsrecht unter Druck
Jan Schlemermeyer: Kritik der Politik als Politikwissenschaft? Zur Aktualität der Staatstheorie von Johannes Agnoli und den Chancen einer kategorialen Marxrezeption


Manche werden sagen, dass wieder mal die Sozialdemokratie an allem Schuld ist. Jedenfalls erscheint rückblickend die Behauptung plausibel, dass alles mit einer von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegebenen Studie anfing, die erkunden sollte, welche Sozialmilieus sich überhaupt noch von sozialdemokratischer Programmatik angesprochen fühlen könnten. Die beauftragten Forscher/innen suchten und fanden – nicht als potenzielles Wählerklientel, sondern als sozialstrukturelles Randsegment – das „abgehängte Prekariat“ (Neugebauer 2007, vgl. dazu auch den Beitrag von Magdalena Freudenschuß). Damit war die Bombe geplatzt – es gibt eine Unterschicht in Deutschland, und schlimmer noch: es gibt eine deutsche Unterschicht. Zwar veranstalteten führende Sozialdemokraten zunächst noch einige verbale Verrenkungen, um die Verbreitung des hässlichen Wortes in der öffentlichen Debatte nicht zu befördern, und bezichtigten „lebensfremde Soziologen“ (Franz Müntefering) eines typisch realitätsfernen Wissenschaftlergeschwafels. Doch die Diskursdynamik war nicht mehr zu stoppen: seit dem Sommer 2006 schwelt hierzulande die Unterschichten-Debatte (vgl. dazu auch Stephan Lessenich, „Du bist Unterschicht: Zur Remoralisierung sozialer Ungleichheit“, in: PROKLA 145). Männlich, arbeitsund konfessionslos sowie ostdeutsch ist, besagter Studie zufolge, das subproletarische Sozialmilieu, das zum Kristallisationskern einer sozialen Dynamik geworden ist, die sich, so die der Konzeption dieses Heftes zugrundeliegende Annahme, analytisch wie politisch gewinnbringend als (neuartiger) Kulturkampf verstehen lässt. Read the rest of this entry »

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Editorial PROKLA 158

Posted by Die Redaktion on 20th April 2010

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Titel 2010-01Postkoloniale Studien als kritische Sozialwissenschaft (März 2010)

PROKLA-Redaktion: Editorial
Hannah Franzki, Joshua Kwesi Aikins: Postkoloniale Studien und kritische Sozialwissenschaft
Aníbal Quijano: Die Paradoxien der eurozentrierten kolonialen Moderne
Tanja Ernst: Postkoloniale Theorie und politische Praxis: Die Dekolonisierung Boliviens
Maria Framke, Jana Tschurenev: Umstrittene Geschichte. (Anti-)Faschismus und (Anti-)Kolonialismus in Indien
Petra Neuhold, Paul Scheibelhofer: Provincialising Multiculturalism. Postkoloniale Perspektiven auf Multikulturalismus, Diversität und Emanzipation
Sook-Young Ahn, Ralf Havertz: „Rumpf, Arm und Faust“. Orientalismus im Verhältnis zwischen Südkorea und Japan
Stefanie Kron: Grenzen im Transit. Zur Konstitution politischer Subjektivitäten in transmigrantischen Räumen
Einsprüche
Sabine Nuss: Ich möchte kein Eisbär sein. Warum der Klimagipfel in Kopenhagen die Welt nicht gerettet hat

Ein Schwerpunktheft zu postkolonialen Studien wird vielleicht die Frage provozieren, ob man sich wirklich mit diesem Thema beschäftigen muss. Wird der Gegenstandsbereich der ehemals kolonisierten Gesellschaften nicht schon von dependenztheoretischen Ansätzen, der Weltsystemtheorie oder anderen Ansätzen der kritischen Sozialwissenschaft hinreichend erfasst? Sind die postkolonialen Studien nicht einfach nur ein neuer akademischer Trend? Die dieser PROKLAAusgabe zugrunde liegende Arbeitsthese lautet, einfach gesagt, dass dem nicht so ist. Read the rest of this entry »

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