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Call for Papers für PROKLA 225 (Heft 4, Dezember 2026): Materialistisch forschen in Zeiten globaler Umbrüche

2026-03-23

Inmitten geopolitischer Spannungen, sozioökonomischer und ökologischer Krisendynamiken und autoritärer Tendenzen sehen wir uns im Feld der materialistischen Gesellschaftsforschung mit einer doppelten Herausforderung konfrontiert: Einerseits müssen wir uns den sich wandelnden gesellschaftlichen Bedingungen analytisch stellen; andererseits gilt es, die eigenen Voraussetzungen, Arbeitsbedingungen und immer enger werdenden Möglichkeitsräume für materialistische Forschung kritisch zu hinterfragen. Dabei haben sich die Konflikte im Vergleich zur PROKLA 167 (2012) zugespitzt: Die »Perspektiven der Gesellschaftskritik heute« gilt es zu aktualisieren, um sowohl die politischen Bedrohungslagen für kritische Wissenschaften zu reflektieren als auch den eigenen Begriff materialistischer Forschung zu präzisieren.

Ziel der PROKLA 225 ist es, den Stand, die Herausforderungen und Perspektiven materialistischen Forschens in Zeiten gegenwärtiger sozialer Umbrüche abzubilden.

Hier geht es zum ausführlichen Call for Papers für PROKLA 225 (4/2026).

Frist für Exposés ist der 4. Mai 2026. Zusendung bitte an: redaktion [at] prokla.de.

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Vol. 56 No. 223 (2026): Kritik der Geoökonomie
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Derzeit erleben wir einen tiefgreifenden Wandel in der globalen ökonomischen Konfiguration. Ein »Zeitalter der Geoökonomie« scheint anzubrechen. Es zeigt sich in einer Zuspitzung von zwischenstaatlicher Konkurrenz, von Handelskriegen, Sanktionsregimen und Investitionskontrollen, in einem Wettlauf um technologische Vorherrschaft und in den Versuchen einer Re-Territorialisierung strategischer Wertschöpfungsketten. Als zentral gilt dabei die Verschränkung sicherheitspolitischer Motive und ökonomischer Strategien. Angesichts der neuen Triade-Konkurrenz zwischen den USA, der EU und China nutzen einzelne Staaten sowie Unternehmen (geo-)ökonomische Instrumente, um ihre Interessen durchzusetzen und Konflikte auszutragen.

Der »Aufstieg der Geoökonomie« wirft aus der Perspektive der Kritischen Politischen Ökonomie und Ökologie grundlegende Fragen nach der Beschaffenheit des globalen Kapitalismus auf. Wir wollen in der PROKLA 223 klären, welche strukturellen und materiellen Prozesse die Grundlage der Transformation bilden und worin diese konkret besteht. Welche Entwicklungen macht der »Aufstieg der Geoökonomie« sichtbar und was verdeckt er? Worin liegen der analytische Mehrwert, aber auch die Grenzen des Konzepts?

Mit Beiträgen von Joscha Abels, Ivan Bakalov, Hans-Jürgen Bieling, Heide Gerstenberger, Tobias Haas, Philipp Köncke, Scott Lavery, Regine Paul, Christoph Scherrer, Dorothea Schmidt, Anil Shah, Sandra Sieron, Jenny Simon und Angela Wigger.

Published: 2026-05-29
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